Die Grünen - rosa liste lehnen den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen ab. In dieser Frage herrscht offener Dissens mit der SPD - und so ist dies auch in der Bündnisvereinbarung für die Jahre 2008 - 2014 festgehalten.
Da der Stadt München 24 % der Flughafen München GmbH (FMG) gehören, muss der Stadtrat dem Vorhaben zustimmen. Bedauerlicherweise gibt es im Münchner Rathaus eine große Koaltition strukturkonservativer Fraktionen (SPD, CSU, FDP) die dem Projekt gegen alle Kritik der Grünen immer wieder eine Mehrheit gesichert haben. Seit der Einleitung des Raumordnungsverfahrens 2005 hat die grün-rosa Fraktion die 3. Startbahn in allen Abstimmungen immer wieder abgelehnt. Die Grünen haben im Stadtrat auch beantragt, keine städtischen Gelder für die Startbahn auszugeben - auch nicht per Darlehen - und gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage zu erheben.
Gegen die 3. Startbahn spricht eine Vielzahl von Gründen:
Der Bedarf für eine 3. Startbahn ist nicht gegeben. Die hohen Wachstumsraten, die der Münchner Flughafen einige Jahre lang zu verzeichnen hatte, gehören offensichtlich der Vergangenheit an. Seit 2008 stagniert die Zahl der Flugbewegungen - bzw. ist sogar leicht zurückgegangen und lag 2010 unter dem Niveau von 2008. 2010 verzeichnete die FMG ein Minus von 8,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Der langfristig steigende Ölpreis wird sich zudem auf die Ticketpreise auswirken - ein Grund mehr, das rasante Wachstum des Flughafens München nicht einfach auf die Zukunft zu übertragen. Die Lufthansa musste sich gegenüber der FMG sogar zu weiterem Wachstum verpflichten (45-55 Mio. Fluggäste im Jahr 2015) andernfalls muss sie Ausgleichszahlungen bis zu 50 Mio. € leisten - bestelltes Wachstum also, auf dem Rücken der Anwohner!
Der Planfeststellungsbeschluss beschreibt als Ziel des Ausbaus "eine hohe Servicequalität mit einer maximalen durchschnittlichen Verspätung von 4 Minuten pro Flugbewegung" - ein vollkommen überzogenes Planungsziel, das vielen Fahrgästen auf der Schiene (v.a. bei der Münchner S-Bahn!) wie Hohn vorkommen muss.
Für viele Menschen in der Flughafenregion ist der Fluglärm jetzt schon - mit 2 Startbahnen - eine schwere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, die neue Startbahn wird weitere Tausende in Mitleidenschaft ziehen. Übrigens: die niedrige Arbeitslosenquote in der Region gab es schon, bevor der Flughafens gebaut wurde. Und der Boom hat auch seine Schattenseiten: Die Gemeinden in der Umgebung des Flughafens können kaum Schritt halten mit dem Ausbau ihrer Infrastruktur, auf die gerade die vielen Geringverdiener aus den Servicebereichen des Flughafens besonders angewiesen sind.
Auch der Naturschutz wird durch die 3. Startbahn verletzt: Bekanntlich liegt die geplante Trasse in einem Vogelschutzgebiet. Die FMG muss daher Ausgleichsflächen im Umfang von 908 Hektar bereitstellen, auf die die von der Startbahn verdrängtren Tier- und Pflanzenarten ausweichen sollen. Der Bund Naturschutz beurteilt diese Maßnahme allerdings als "ökologischen Humbug", da ein Flächenverlust dieser Größe nicht einfach aufgefangen werden kann. Zudem leben auf den vorgesehenen Ausgleichsflächen zum Teil bereits jetzt geschützte Arten.
Schließlich ist Fliegen immer noch die energieaufwändigste Art der Mobilität. Die massiven Investitionen der öffentlichen Hand in den Ausbau von Flugverkehrsanlagen sind daher auch unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes eine Fehlentwicklung.
Die Befürworter der 3. Startbahnhaben bisher keine Antwort auf die Frage gegeben, wo am Flughafen München die Grenzen ders Wachstums gezogen werden. Was kommt nach der 3. Startbahn? Ist es nur eine Frage der Zeit, bis über eine 4. geredet wird. Wir Grüne meinen: Es ist genug. Der Flughafen München hat bereits heute eine Größe erreicht, die für die Menschen vor Ort, für die Umwelt und für den Klimaschutz eine schwere Belastung darstellt.
Nachfolgend eine Ausflistung Grüner Stadtratsinitiativen zum Thema Flughafen:
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Protest gegen die 3. Startbahn auf dem Tollwood-Festival
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