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Die Grünen - rosa liste lehnen den Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen ab. In dieser Frage herrscht offener Dissens mit der SPD - und so ist dies auch in der Bündnisvereinbarung für die Jahre 2008 - 2014 festgehalten.

Da der Stadt München 24 % der Flughafen München GmbH (FMG) gehören, musste der Stadtrat im Sommer 2005 dem Vorhaben zustimmen. Dies geschah gegen die Stimmen der grün-rosa Fraktion, die sich auch in allen weiteren Abstimmungen immer wieder gegen die Startbahn ausgesprochen haben.

Gegen die 3. Startbahn spricht eine Vielzahl von Gründen:

Die exorbitanten Wachstumsraten des Flugverkehrs sind nicht zuletzt das Resultat seiner systematischen Bevorzugung vor anderen Verkehrsträgern und der Abwälzung der Umweltkosten auf die Allgemeinheit - auch am Flughafen München.
So steht die Besteuerung von Kerosin schon seit langem ganz oben auf der Agenda aller verantwortlichen Politiker. Da sie aber mindestens auf europäischer Ebene realisiert werden müsste, blockieren Einzelinteressen einiger Staaten eine Einigung. Dabei zeigt eine Studie des Wuppertal-Insituts, dass die Klimafolgen des Flugverkehrs bislang drastisch unterschätzt wurden. (>>>Mehr)

Doch wie kann es sein, dass im Zeitalter des Klimawandels Flugreisen, die im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln besonders viel CO2-Emissionen verursachen, immer noch steuerlich bevorzugt werden? Doch damit nicht genug: Am Flughafen München werden Interkontinentalflüge auch noch bezuschusst: Bis vor kurzem wurde dieser Zuschuss ganz offen auf das Kerosin bezahlt, das in München wegen längerer Anlieferungswege teurer ist als anderswo. Mittlerweile ist die FMG dazu übergegangen, einen "Langstreckenzuschuss" zu zahlen, 2007 immerhin fast 8 Mio €. (>>>Mehr)

Dabei muss man wohl davon ausgehen, dass die immer weiter steigenden Ölpreise das Wachstum des Flugverkehrs auch ohne Kerosinbesteuerung bald begrenzen werden. Die Wachstumsprognosen, auf die die FMG die Notwendigkeit einer 3. Startbahn begründet, gehen von einem Ölpreis von 40 $/barrel aus - weniger als die Hälfte des aktuellen Preises (Sep. 08) und weniger als ein Drittel des Höchststandes.

Am Münchner Flughafen werden außerdem zu viele Kapazitäten durch kleine und mittlere Maschinen gebunden, die dann für die Großraummaschinen fehlen. DasWuppertal-Insitut hat festgestellt, dass allein durch die Verlagerung von Flügen nach Stuttgart und Nürnberg auf die Schiene in München jährlich knapp 8.000 Flugbewegungen entfielen. Doch mittlerweile kann man allein in Deutschland unter 20 verschiedenen Flughäfen wählen, die eine regelmäßige Flugverbindung mit München haben - eine Folge der polyzentrischen Struktur des deutschen Luftverkehrs, wo jeder Landkreis am liebsten seinen eigenen Flughafen hätte.

Für viele Menschen in der Flughafenregion ist der Flugverkehr jetzt schon eine schwere Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität, die neue Startbahn wird weitere Tausende in Mitleidenschaft ziehen. Übrigens: die niedrige Arbeitslosenquote in der Region gab es schon, bevor der Flughafens gebaut wurde.

Nachfolgend eine Ausflistung Grüner Stadtratsinitiativen zum Thema Flughafen. Die Beschlüsse bzw. Antworten auf die Anfragen und Anträge sind unter im Ratsinformationssystem der Stadt München nachzuvollziehen. >>>Hier

Protest gegen die 3. Startbahn auf dem Tollwood-Festival

14.09.09 Bericht über das Gutachten zur Bedarfsprognose für die 3.Startbahn
31.07.09 München besteht auf Rückzahlung des Darlehens an die FMG
23.05.08 Flughafen München: Wachstumsziele überprüfen
30.10.07 Kerosinsubventionierung am Münchner Flughafen
30.10.07 Künstlich erzeugtes Wachstum schafft Nachfrage für 3. Startbahn
17.07.07 Pressemitteilung: Bahn frei für die Billigflieger
04.11.05 Flughafen: Schreckt die 3. Startbahn Investoren ab?
11.08.05 Pressemitteilung: 3. Startbahn: Zubringerverkehr muss auf die Schiene
03.08.05 Planungen zum Bau der 3. Startbahn
26.07.05 Pressemitteilung: Grüne stellen sich gegen 3. Startbahn


Die Luftverkehrsstudie 2007 des Wuppertal-Instituts: >>>hier (pdf)

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