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100 Jahre Internationaler Frauentag


100 Jahre Internationaler Frauentag


2011 jährt sich der Internationale Frauentag zum 100. Mal.

Ein Blick auf die Geschichte des Frauentages zeigt, dass viel erreicht wurde, die Gleichstellung von Frauen aber dennoch nicht verwirklicht ist.

1910: Die zweite Internationale sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen beschließt auf Antrag von Clara Zetkin, Käte Dunker und Genossinnen, 1911 erstmals einen Internationalen Frauentag durchzuführen.

1911: Am 19. März – einem Sonntag, da dies der einzige arbeitsfreie Tag der Frauen war gingen allein in Deutschland mehr als eine Million Frauen auf die Straße. Auch in den USA, in Dänemark, Österreich und der Schweiz fanden Demonstrationen statt.

1911 bis 1918: Die sozialistischen Frauen hatten unter der drohenden Kriegsgefahr zum Frauentag gegen den Krieg demonstriert. Mit Beginn des ersten Weltkriegs rückt die Forderung nach Frieden immer mehr in den Mittelpunkt.

1915 hatten die sozialistischen Frauen gegen die Beschlüsse ihrer Parteien in Bern eine Friedenskonferenz durchgeführt. In Bern wurde auch die Berner Resolution gegen den Krieg verabschiedet.

1918/19: Mit der Revolution wurde das Frauenwahlrecht erkämpft.

Für Teile der Frauenbewegung waren damit die Ziele des Internationalen Frauentages erreicht.

Weimarer Republik: 1919 in der Weimarer Republik forderten die Sozialdemokratinnen die Wiedereinführung eines Frauentags. Er wurde abgelehnt, ebenso wie im Folgejahr. Erst 1923 wurde von SPD, Teilen der USPD die Durchführung eines Frauentags beschlossen, dieser Beschluss wurde allerdings erst 1926 umgesetzt.

In der Weimarer Republik fanden zwei Frauentage statt, einen kommunistischen am 8. März und den sozialdemokratischen ohne einen festen Termin.

Die 20er Jahre: In dieser Zeit sorgte ein Thema für eine breite Bewegung und Aufregung: Der §218. Illegale Schwangerschaftsabbrüche wurden streng bestraft. Die Anzahl der Frauen, die an den Folgen von Eingriffen starben, die unsachgemäß ausgeführt wurden, stieg sehr stark an. Gegen den §218 regte sich großer Protest, zehntausende nahmen an Demonstrationen teil. In diesem Rahmen wurden Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 1921 im ganzen Reich untersagt, in Bayern und Baden Württemberg galt das Verbot bis 1926.

1926-1933: In dieser Zeit waren die Veranstaltungen der internationalen Frauentage vor allem dem Kampf gegen den Krieg und den rechten Terror gewidmet.

Demonstrationen gegen die Notverordnungen, für die Senkung der Lebensmittelpreise und die Verbesserung der Erwerbssituationen standen auf der Tagesordnung.

1933-1945: Das NS System verbot den Internationalen Frauentag, trotzdem wurde der Tag heimlich begangen. 1941 fand auf Initiative der englischen Frauensekretärin Mary Sutherland eine große internationale Veranstaltung statt. Diese Veranstaltung war die einzige während des Krieges.

1947: vom 7.-9. März fand in Berlin der Deutsche Frauenkongress für Frieden statt, bei dem auch der Demokratische Frauenbund Deutschlands gegründet wurde.

1949: Das Grundgesetz der BRD beinhaltet: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

1952: Der Internationale Frauentag stand stand unter dem Motto: Frauen kämpfen für den Frieden. Aufgrund des Protestes der Frauen gegen die Remilitarisierung der BRD wurden verschiedene Veranstaltungen wurden staatlicher Seite massiv behindert oder sogar verboten.

1968/1972: Im Rahmen der Frauenbewegung erhalten auch die Aktivitäten des Internationalen Frauentages wieder größere Bedeutung. Insbesondere rückt die Kampagne rund um den §218 wieder in den Vordergrund.

1977: Wollte eine Frau einer Arbeit nachgehen, bedurfte es einer Genehmigung des Ehemannes, der den Arbeitsvertrag noch bis 1977 unterschreiben musste. Das Leitbild der Hausfrauenehe entfiel erst mit der Ehe- und Scheidungsrechtsreform vom Juni 1976.

1979: in den Jahren ab 1979 nutzen die Gewerkschaften, insbesondere der DGB den Internationalen Frauentag um auf die Situation von Frauen in Beruf und Familie aufmerksam zu machen.

1986: die Fernsehanstalten senden erstmals ein Frauentagsprogramm mit Ausnahme der ARD Rundfunkanstalten.

1994: vom 5.-8. März wird in Deutschland zum ersten Frauenstreik aufgerufen. Der Streik richtet sich gegen die zunehmende Armut von Frauen, gegen den Abbau bereits erreichter Rechte, gegen den Abbau von Sozialleistungen.

1995: Die 4. Weltfrauenkonferenz von Peking 1995 stellt einen Wendepunkt im Hinblick auf die Sichtbarkeit und Partizipation von Frauen dar. 189 Regierungen hatten sich in diesem Rahmen verpflichtet, geschlechtsbezogene Perspektiven in alle politischen Entscheidungen und Programme aufzunehmen: Gender Mainstreaming.

1997: erst in diesem Jahr wurde die Vergewaltigung in der Ehe eine Straftat

1999 Amsterdamer Vertrag: im Amsterdamer Vertrag werden die EU-Mitgliedsstaaten zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming verpflichtet.

2011: Die Lohnungleichheit für Frauen ist nach wie vor eklatant, in Deutschland verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation 22% weniger als ihre männlichen Kollegen.

Downloads:

Die Grüne Mamba
Rot-Grünes Bündnispapier April 2008
Programm 2008
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