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Olympische Winterspiele 2018
ein Resumee des Hearings von Sabine Krieger
Die Erwartungen an das Hearing waren hoch. Fünf Stunden hochkonzentrierte Information, unterbrochen von reger Diskussion mit vielen anwesenden Mitgliedern von Verbänden, Initiativen und auch aus der Stadtverwaltung.
Und sind wir nun schlauer? Ich denke schon! Der Nebel hat sich etwas gelichtet und es ist klarer, wo unsere Forderungen liegen müssen. Es gibt natürlich Dinge, die werden wir nicht einfach „wegfordern“ können. Der komplette Verzicht auf Rodungen für Pisten, auf Schneekanonen und dazugehörige Beschneiungsseen wird nicht durchsetzbar sein. Denn kein Veranstalter eines Wintersport-Großereignisses kann das Risiko eingehen an den Wettkampftagen ohne Schnee dazustehen oder die nötigen Sicherheitsauflagen (Fangräume ) nicht erfüllt zu haben. Axel Döring vom BN Garmisch hat dazu schockierende Bilder von den Arbeiten an der Kandaharstrecke für die Ski-WM 2011 gezeigt.
Doch auf der anderen Seite steht auch ökologischer Fortschritt: das olympische Nullenergiedorf, der zweispurige Ausbau der Bahn, innovative ökologische Ausgleichs- und Modellprojekte und vieles mehr. Und das Hearing hat uns hier weitergebracht.
Prof. Dr. Roth von der Sporthochschule Köln sprach von der Definition von Regionen nach unterschiedlichen Funktionen. Für Garmisch hieße das z.B. eine klare Ausweisung von Flächen für Pisten (inkl. der ständig wachsenden Anforderungen des IOC), aber auch die Reservierung von Flächen für hochwertigen Naturschutz . Also sogenannte Ausgleichsflächen, besonders hochwertig ausgestattet, ein Leitprojekt.
Oder Dr. Brockhagen von atmosfair. Sein Grundprinzip lautete „Konzept statt Kompensation“. Das bedeutet, erst ein mal alle Möglichkeiten auszuloten um CO2 einzusparen, bevor es kompensiert wird. Z.B. sollten die für den Transport zu den Veranstaltungen benötigten Busse mit Solarzellen bestückt werden oder mit Hybridantrieb fahren. Damit wäre der Transport CO2 neutral. Eine Kompensation wäre nicht nötig. Oder der Betrieb von Beschneiungsanlagen ausschließlich mit Grünem Strom.
Oder Prof. Henning von Winning, der dafür plädierte, nicht nur den Bahnausbau voranzutreiben, sondern die Straße kreativ und ökologisch zu nutzen. Mit Sammeltaxis, Busspuren und Road Pricing allesamt gute Ideen, die wir weiterentwickeln und weiterverfolgen sollten.
Wie geht es nun weiter mit Olympia? Bisher gibt es nur die Machbarkeitsstudie, das Bewerbungskonzept wird jetzt erst erstellt und die gewonnenen Erkenntnisse müssen rechtzeitig in den Planungsprozess eingespeist werden. Dazu muss neben dem jetzt schon installierten Beirat (in dem wir mit zwei Mitgliedern vertreten sind) auch ein ökologisches Beratungsgremium (für alle drei Standorte) gegründet werden, dem auch verschiedene Umweltverbände angehören. Das Ergebnis wird dann zeigen, ob unsere Forderungen zum Großteil erfüllt worden sind.
Für München kann dies kein Problem sein, die Verkehrs-Infrastruktur ist vorhanden, das Olympische Dorf eröffnet sogar Chancen, neue energetische Standards zu verwirklichen. In München ist es nur eine Frage des Wollens, nicht des Könnens. Für Garmisch dagegen gibt es noch viele offene Fragen, vor allem im Naturschutz und im Verkehr.
Es gilt jetzt, kreative und ehrgeizige Lösungen zu finden. Für einen Ausstieg aus dem Projekt „Olympia 2018“ ist es zu früh diese Option bleibt uns immer noch offen, wenn wir zu dem Schluss kommen sollten, dass die Planungen aus dem Ruder laufen und nicht mehr zu verantworten sind.
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