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Beschluss der Grünen Stadtversammlung am 14.10.2009

Seit der letzten Stadtversammlung am 31.3.2009 zu den Olympischen Winterspielen ist viel passiert. Das Bewerbungskonzept „München plus 4“ wurde geprüft und als nicht ökologischer und ökonomischer bewertet als das Cluster 2 Konzept. Die Basis hatte uns hohe Ziele für das Umweltkonzept gesetzt. Durch den Druck der Stadtratsfraktion und der Partei liegt jetzt ein Umweltkonzept vor, das unsere Forderungen in den meisten Teilen erfüllt und zum Teil übertrifft. Deshalb beantragen wir:

1. Die Münchner Grünen stimmen der Bewerbung der Stadt München für die Olympischen Winterspiele 2018 unter der Bedingung zu, dass das am 9.10.2009 vorgestellte Umweltkonzept fester und bindender Bestandteil der Bewerbung ist

2. Die Grüne Stadtratsfraktion wird aufgefordert auch weiterhin dafür Sorge zu tragen, dass

- die Finanzierung soweit möglich über Private Geldgeber sichergestellt wird

- ein regelmäßiger Finanzierungsbericht über den Stand der Sponsorenwerbung sowie die laufenden Kosten erstellt wird.

Begründung:

Die Eckpunkte des Umweltkonzeptes für die Bewerbung zu den olympischen Winterspielen 2018 enthalten fast alle unserer Forderungen und gehen in einzelnen Punkten noch darüber hinaus. In 18 Umwelt-Leitprojekten werden ehrgeizige Umwelt- und Klimaschutzziele genannt.

Zu den wichtigsten Punkten:

· Geringer Flächenverbrauch – auf 75 % der Flächen im Schneecluster GAP wird keine baulichen Veränderungen geben, 1,9% müssen baulich angepasst werden, 22,7 % werden temporär errichtet ( Loipen und Halfpipe) und nur 0,8 % werden neu errichtet. Das ist einmalig für Sportgroßveranstaltungen.

· UNESCO Biosphärenreservat Garmisch-Partenkirchen –

Biosphärenreservate sollen Modellstandorte zur Erforschung und Demonstration von Ansätzen zu Schutz und nachhaltiger Entwicklung auf regionaler Ebene sein und haben die folgenden Funktionen:

1. Schutz: Beitrag zur Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt

2. Entwicklung: Förderung einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung, die soziokulturell und ökologisch nachhaltig ist.

3. Logistische Unterstützung: Förderung von Demonstrationsprojekten, Umweltbildung und -ausbildung, Forschung und Umweltbeobachtung im Rahmen lokaler, regionaler, nationaler und weltweiter Themen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung

Biosphärenreservate umfassen:

1. Kernzonen: Zonen, die langfristigem Schutz gewidmet sind und die mit den Schutzzielen des Biosphärenreservats übereinstimmen sowie eine ausreichende Größe zur Erfüllung dieser Ziele aufweisen. Kernzonen sind in der Regel von jeglicher Nutzung ausgeschlossen.

2. Pflegezonen: Zonen, die die Kernzonen umschließen oder an sie angrenzen, in denen nur Aktivitäten stattfinden, die mit den Schutzzielen vereinbar sind. Hier darf nur eine schonende, naturnahe Landnutzung stattfinden.

3. Entwicklungszonen: Zonen in der Vorgehensweisen zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen gefördert und entwickelt werden.

· Plusenergiedörfer in GAP und München

· Positive Nationale Klimabilanz – Überkompensation ( 10%) aller unvermeidbaren CO2 Emissionen auf regionaler und nationaler Ebene

· Klimakompensation des gesamten internationalen Verkehrs durch Gold Standard Projekte in allen fünf Erdteilen

· Ausbau der Bahnstrecke München – GAP , dadurch deutlich verbesserte Taktzeiten ( 4 Züge pro Fahrtrichtung in der Stunde) und weniger Störanfälligkeit. Taktzeiten werden auch den Olympischen Spielen erhalten, wenn die Nachfrage vorhanden ist.

· Shuttlebussysteme zu den Sportstätten

· PKW und Busse des Organisationskomitees, mit denen Sportler, die IOC Familie und Medienvertreter transportiert werden, werden alle mit alternativen Antrieben ausgestattet sein und mit regenerativ erzeugter Energie betrieben werden.

· 360° Olympic Manager – Sensibilisierung der jungen Generation für die Zusammenhänge von Sport und Umwelt in Anlehnung an das UN-Dekadeprojekt „ticket to nature“.

· Ökologische Sportregion Bayerische Alpen – Entwicklung der bayerischen Alpen zu einer Region, mit strikter Ausrichtung des Tourismus und des Sports auf Nachhaltigkeit und Naturverträglichkeit – entwickelt vom DAV

· Stärkung des Münchner Grünzugs und Vernetzung mit der Region – Auf-und Ausbau von Vernetzungskorridoren zwischen bestehenden Freiflächen im Münchner Grüngürtel in Verbindung mit dem Umland.

· Green Building materials – alle Baumaterialien aus ökologischen Materialien wie Holz und Verwendung CO2 arm produzierten Zements.

· 100% der Grundnahrungsmittel für Sportler und Zuschauer werden aus dem Raum München und Umgebung stammen, davon 50 % aus ökologischem Anbau

· Alle mit dem Olympia-Logo versehenen Fanartikel werden unter Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen ( ILO-Arbeitsnormen) und mit einem hohen Anteil recyceltem Material hergestellt.

Das Eckpunktepapier zum Umweltkonzept macht deutlich, dass Olympia 2018 in München die ersten Spiele der Geschichte sein könnten, die in einem ökologischen Rahmen stattfinden werden. Dies ist nur durch das hartnäckige Einfordern ökologischer Standards durch die Grünen möglich. Ohne uns Grüne würde es ein solches Umweltkonzept nicht geben. Die Vielfalt und die Qualität der Projekte zeigen, dass sich unsere Forderungen erfüllt haben. Mit unserem Druck haben wir viel erreicht.

Daher ist es gerade jetzt notwendig, dass die Grünen die Umsetzung begleiten. Das können wir aber nur dann glaubhaft, wenn wir die Bewerbung und das Konzept befürworten.

Sabine Krieger, Hep Monatzeder, Lydia Dietrich, Siegfried Benker, Dr. Florian Roth, Gülseren Demirel, Florian Vogel, Sabine Nallinger, Paul Bickelbacher, Jutta Koller, Joachim Lorenz


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