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Überfüllte U-Bahnen durch die Rücknahme der U 8 zum Harthof?
Schriftliche Anfrage gemäß § 68 GeschO vom 08.03.2006
Sehr geehrter Herr Stadtrat Mühlhaus,
die von Ihnen angesprochene Angelegenheit fällt nach dem Gesellschaftsvertrag in die Zuständigkeit der Geschäftsführung der Stadtwerke München GmbH /MVG. Zur Beantwortung Ihrer Anfrage darf daher im Folgenden die Antwort der Stadtwerke München GmbH / MVG zitiert werden.
Vorbemerkung der Anfrage:
Von verschiedenen Bürgern wurde uns berichtet, dass seit der Verkürzung der U8 Nord auf die Haltestelle Harthof und damit der Ausdünnung des 5-Minuten-Taktes zwischen Feldmoching und Dülferstraße auf einen 10-Minuten-Takt die U-Bahnen der U 2 bereits an den ersten Stationen so voll sind, dass kein Sitzplatz frei ist. Während der Stoßzeiten sei die U-Bahn überfüllt.
Vorbemerkung der MVG:
„Durch intensive Beobachtungen und regelmäßige Fahrgastzählungen überprüft die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Nachfrage auf ihren Linien und passt das Angebot an. Die MVG muss die Betriebsleistung (insbesondere die Kosten für Fahrzeuge, Fahrpersonal und Treibstoff) vollständig aus Fahrgeldeinnahmen und gesetzlichen Ausgleichsleistungen (für Ermäßigungen im Ausbildungstarif und für die unentgeltliche Beförderung Schwerbehinderter) finanzieren. Angesichts der bereits vollzogenen bzw. beschlossenen erheblichen Rückgänge bei den gesetzlichen Ausgleichsleistungen ist daher noch stärker als bisher die Orientierung an dem vorhandenen Fahrgastaufkommen erforderlich, wobei dem Spitzeneinsatz der Fahrzeuge in den Hauptverkehrszeiten eine besondere Bedeutung zukommt. Aus diesen Gründen müssen zunehmend auch unpopuläre Maßnahmen geprüft und ggf. ergriffen werden.“
Frage 1:
Ist zu befürchten, dass die wichtige Umsteigebeziehung von S- und U-Bahn in Feldmoching und der für die Streusiedlungen wichtige P+R-Parkplatz an der Dülferstraße sowie die B+R-Plätze in Feldmoching und an der Dülferstraße nicht mehr ausreichend bedient werden? Auch die dazwischen liegende Haltestelle Hasenbergl liegt laut Nahverkehrsplan in einem Gebiet mit hoher Nutzungsdichte.
Antwort:
„Nach dem Münchner Nahverkehrsplan wird für ein Gebiet mit hoher Nutzungsdichte eine Mindesttaktzeit von 10 Minuten in der Normalverkehrszeit empfohlen, die in der Hauptverkehrszeit unter Beachtung der maximalen Fahrzeugauslastung bedarfsweise zu verstärken ist. Dies wird auch nach der Rücknahme der U 8 noch eingehalten.“
Frage 2:
Sind für die zusteigenden Fahrgäste aus dem Neubaugebiet auf der Nordheide genügend Plätze vorhanden?
Antwort:
„Aus den aktuell durchgeführten Fahrgastzählungen ist ersichtlich, dass auch nach der Rücknahme der U 8 für die an der Dülferstraße zusteigenden Fahrgäste ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Zwischen 7 und 8 Uhr wurden bei einzelnen Fahrten der U 2 Auslastungen von mehr als 65 % stadteinwärts festgestellt, welche derzeit durch jahreszeitliche Spitzenwerte im Fahrgastaufkommen verstärkt werden; auch dies widerspricht nicht dem Nahverkehrsplan (Der Standard von 65% gilt für den Durchschnitt der Spitzenstunde. Für einzelne Fahrten sind auch nach NVP 100% Auslastung zulässig).“
Frage 3:
Ist eine leistungsfähige Anbindung des Forschungs- und Ingenieurszentrums von BWM gewährleistet, dessen Mitarbeiter zu großen Teilen aus dem nördlichen und nordwestlichen Umland kommen und auf eine gute Umsteigebeziehung von und zur S-Bahn angewiesen sind?
Antwort:
„Bereits im Vorfeld der Fahrplanänderung wurden in einem gemeinsamen Arbeitskreis mit BMW Möglichkeiten besprochen, wie die Attraktivität der Umsteigebeziehung am S- und
U-Bahnhof Feldmoching aufrecht erhalten werden kann. Um den Anschluss zwischen S 1 und U 2 (nach Wegfall der U 8) zu verbessern, wurden die Fahrplanlagen der U 2 und U 8 getauscht. Dadurch ist am Bahnhof Feldmoching eine Übergangszeit von der S-Bahn auf die
U-Bahn von 8 Minuten entstanden, mit der auch kleine S-Bahnverspätungen ausgeglichen werden können. In der Gegenrichtung (von der U-Bahn auf die S-Bahn) beträgt die Umsteigezeit 3 Minuten.“
Frage 4:
Welche Ergebnisse liefern neue Zählungen zur Auslastung der U 2 an den Stationen Feldmoching, Hasenbergl, Dülferstraße, Harthof und Am Hart während der Hauptverkehrszeiten? Wie hoch ist die Auslastung der U 2 (ohne U 8) in den übrigen Streckenabschnitten während dieser Zeit?
Antwort:
„Da Zählungen der U-Bahn derzeit nur durch Zählpersonal durchgeführt werden können, sind nicht für das gesamte Netz aktuelle Werte vorhanden. Die Erhebungen beschränken sich aus Kostengründen auf die bemessungsrelevanten Querschnitte.
Auf dem Querschnitt Dülferstraße Harthof wurden im Januar 2006 nur während der morgendlichen Spitzenstunde (7:10 bis 8:10 Uhr) in Richtung stadteinwärts bei insgesamt 3 Fahrten Belastungswerte von über 600 Fahrgästen pro Zug gemessen (bei einer Kapazität von jeweils ca. 900 Personen).
In den übrigen Streckenabschnitten muss die U 2 zusammen mit der parallel verkehrenden
U 8 betrachtet werden. Die Auslastung in der Spitzenstunde entsprach auch in diesen Fällen den Empfehlungen des Nahverkehrsplans.“
Frage 5:
Welche (bezifferbaren) Vorteile hat die MVG von der Verkürzung der U 8 tatsächlich?
Antwort:
„Durch die Maßnahme konnte zu beiden Hauptverkehrszeiten ein U-Bahnlangzug eingespart werden, wodurch sich Einsparungen in sechsstelliger Höhe ergeben.“
Frage 6:
Ist geplant, die U 8 Nord wieder bis Feldmoching fahren zu lassen?
Antwort:
„Um saisonale Nachfragespitzen und Abweichungen im Betriebsablauf kurzfristig auszugleichen, verkehren derzeit die Fahrten der U 8 in der morgendlichen HVZ zeitweise wieder nach Feldmoching. Eine Entscheidung über die Fortdauer dieser Verstärkung werden wir treffen, wenn die Ergebnisse einer erneuten Fahrgastzählung im Frühjahr vorliegen.“
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