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P R E S S E M I T T E I L U N G
10.3.2006
Ältestenrat lehnt Coca-Cola-Boykott ab
Der städtische Ältestenrat hat einen Boykott von Produkten des Coca-Cola-Konzerns gegen die Stimmen von ÖDP und Grünen einstweilen abgelehnt; jedoch anerkannt, „dass die bisherigen Boykott-Aufrufe dazu gedient hätten, dem Unternehmen seine Verantwortung klar zu machen.“
Im Folgenden ist die Stellungnahme des Ältestenrats im Wortlaut dokumentiert:
„Der Ältestenrat des Stadtrats hat sich in seiner heutigen Sitzung mit den Boykott-Aufrufen gegen den Coca-Cola-Konzern befasst, die bereits in vielen Ländern veröffentlicht worden sind und zu einer weltweiten Diskussion über die Ermordung von Gewerkschaftern in Coca-Cola- Betrieben in Kolumbien führten. An der Sitzung nahmen auch Repräsentanten von Coca-Cola Deutschland teil. Einvernehmlich wurde festgestellt, dass es sich bei den Ermordungen von Gewerkschaftern um äußerst gravierende Vorgänge handelt, die dringend einer restlosen Aufklärung bedürfen. In den Vereinigten Staaten ist ein Gerichtsverfahren anhängig, die Anklage erstreckt sich aber seit 2003 nicht mehr auf das Unternehmen Coca-Cola. Die internationale Arbeitsorganisation ist als Sonderorganisation der Vereinten Nationen derzeit um eine Aufklärung bemüht. Das Unternehmen wies darauf hin, dass es sich seiner Ansicht nach um Opfer des Bürgerkriegs zwischen paramilitärischen Kräften einerseits und linksgerichteten Organisationen andererseits handle, dem Jahr für Jahr tausende Menschen in Kolumbien zum Opfer fielen. Dieser Bürgerkrieg könne nicht dem Unternehmen Coca-Cola angelastet werden, das seit 70 Jahren in Kolumbien tätig sei und einen sehr hohen gewerkschaftlichen Rathaus Umschau Organisationsgrad aufweise. In der Diskussion des Ältestenrates wurde übereinstimmend anerkannt, dass man das Unternehmen Coca-Cola in der Pflicht sehe, seine Arbeitskräfte wirksam zu schützen. Es wurde auch ausdrücklich anerkannt, dass die bisherigen Boykott-Aufrufe dazu gedient hätten, dem Unternehmen seine Verantwortung klar zu machen. Angesichts der noch ausstehenden gerichtlichen Klärung und der noch nicht abgeschlossenen Untersuchung durch die internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen sah die große Mehrheit des Ältestenrates (mit Ausnahme der Antragsteller ÖDP und Grüne) aber keinen Anlass, zum jetzigen Zeitpunkt einen Boykott-Aufruf zu unterstützen.“
Der Antrag der Grünen und der ÖDP wird voraussichtlich im April im Stadtrat behandelt werden.
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