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Kommunalreferentin Gabi Friderich beantwortete die Frage am 24.6.05
Frage 1:
Wie viele Becher fallen bei einem Bundesligaspiel ca. an?
Antwort:
Nach Auskunft der Vertreter der Arena one GmbH fallen bei einem ausverkauften Stadion ca. 100.000 Belland-Becher an.
Frage 2:
Wie sieht die Umweltbilanz des Belland-Systems (mit und ohne Pfanderhebung) im Vergleich zum bestehenden Mehrwegbecher-System im Olympiastadion aus?
Antwort:
Ein konkreter Vergleich der Umweltbilanzen des Belland-Systems mit dem Mehrwegbechersystem des Olympiastadions liegt nicht vor. Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) hat sich bereits in der Vergangenheit zur Umweltbilanz des Belland-Systems geäußert. Diese Aussagen gelten lt. RGU auch für die Allianz-Arena.
Die vorgelegte Ökobilanz zeigt nach Auffassung des RGU eindeutig die Überlegenheit des Belland-Geschirrs gegenüber Einweg-Geschirr. Sie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass bei Verlustraten von über 5 % und damit einer Umlaufzahl, die kleiner als 20 ist, Mehrweggeschirr keine eindeutigen Vorteile gegenüber dem Belland-Geschirr aufweist.
In der Ökobilanz werden nach Auffassung des RGU alle wichtigen Aspekte berücksichtigt und, soweit dies vom RGU im Rahmen einer summarischen Prüfung festgestellt werden kann, durchaus plausible Schlussfolgerungen gezogen.
Die Studie beruht jedoch auf vielen theoretischen Annahmen, belastbare Erfahrungen aus der großtechnischen Anwendung liegen hingegen bislang nicht in ausreichendem Maße vor.
Nach Auffassung des RGU wäre es wünschenswert, versuchsweise die großtechnische Anwendung zu ermöglichen, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitung zu fundierten Aussagen zu kommen, ob und ggfs. inwieweit dieses zweifelsohne innovative System insbesondere hinsichtlich der Stoffströme die Erwartungen tatsächlich erfüllen kann.
Unabdingbar ist aus Sicht des RGU allerdings eine Bepfandung des Geschirrs, um eine für Einweg-Geschirr typische Vermüllung von Straßen, Plätzen und Landschaft zu vermeiden.
Frage 3:
Kann die Stadt sicherstellen, dass Pfand auf die Belland-Becher erhoben wird? Was kann und will die Stadtverwaltung hierfür unternehmen?
Antwort:
Die Stadt kann nicht sicherstellen, dass Pfand auf die Belland-Becher erhoben wird. Eine Durchsetzung der Pfandpflicht auf Grundlage von § 4 Abs. 10 Gewerbe- und Bauabfallentsorgungssatzung ist in der Allianz-Arena nicht möglich, da das Grundstück, auf dem sich die Allianz-Arena befindet, in Erbpacht vergeben wurde. Die rechtliche Situation ist nicht mit der anderer städtischer Grundstücke vergleichbar. Während z.B. auf der Theresienwiese oder dem Viktualienmarkt auf Grund einer einfachen Verpachtungssituation den Nutzern die Regeln der städtischen Abfallsatzung unproblematisch auferlegt werden können, hat die Stadt München durch den Erbpachtvertrag weit geringere Einflussmöglichkeiten.
Das Abfallkonzept für die Allianz Arena sieht eine sortenreine Trennung der Belland-Materialien vom übrigen Abfall vor. An allen Kiosken werden Sammelbehältnisse vorgehalten, die eine Trennung in insgesamt vier Fraktionen vorsieht. Zur Erfassung der Belland-Materialien stehen pro Kiosk drei Erfassungsgefäße zur Verfügung.
Zur Erzielung einer hohen, sortenreinen Trennungsquote und Rückführung des Belland-Materials in den Wiederverwertungskreislauf wird zusätzliches Personal vorgehalten, das während und nach dem Spiel nicht ordnungsgemäß verbrachte Becher händisch in separate Müllbeutel einsammelt.
Ferner sind die Kioskbetreiber vertraglich dazu verpflichtet, ihren Kioskbereich in zeitlichen Freiräumen unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften bestmöglich sauber zu halten, von umherliegenden Bechern zu säubern und diese getrennt zu erfassen. Die Abfallbehälter, insbesondere zur Erfassung der Belland-Materialien werden deutlich beschildert, damit ihr Standort auch bei größeren Menschenansammlungen bzw. Schlangenbildungen vor dem Kiosk erkannt werden kann.
Die sortenrein erfassten Belland-Materialien werden anschließend von dem von Seiten der Arena one GmbH beauftragten Entsorger in Großraum-Presscontainern gesammelt und zu einer Sortieranlage des Entsorgers gebracht. Bis zum Erreichen einer Transporteinheit von ca. 23 Mg wird das Belland-Material in verpresstem Zustand zwischengelagert und anschließend zur Wiederverwertungsanlage der Firma Belland in Rudolstadt (Thüringen) geliefert.
An den ersten Spieltagen werden zur Information der Besucher Broschüren verteilt, um auf das neue Bechersystem hinzuweisen.
Auf Grund dieser Maßnahmen liegt nach Auffassung der Arena one GmbH die Erfassungsquote der Belland-Materialien bei mehr als 95 %.
Frage 4:
Welches Konzept wird die FIFA zur WM 2006 anwenden?
Antwort:
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft hat nach Rücksprache mit der FIFA dazu folgendes mitgeteilt: „Während des FIFA Confederations Cup wird es in den Größen 0,5/0,4 und 0,3 Liter PVC-Plastikbecher im Mehrweg-System mit Pfanderhebung geben. Ebenso bei der FIFA Fußball WM 2006, allerdings stehen hier die Größen der Becher noch nicht fest.“
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