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Wirtschaftsreferent Dr. Wieczorek berichtete am 28.06.2005 im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft zum Thema des Antrags:
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Die Stadtwerke München / MVG sind über den Kontakt mit Fahrzeugherstellern, die Beobachtung von Versuchsprojekten, die Teilnahme an Symposien sowie den Meinungsaustausch im Verband Deutscher Verkehrsbetriebe über alle aktuellen Entwicklungen im Bereich Motortechnik und Treibstoffe umfassend informiert, ohne selbst alle Versuche durchführen zu müssen.
Bei ihrem Fahrzeugeinsatz geht die MVG über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und hat bereits 1991 Busse mit Rußfiltern in Einsatz genommen. Die Abgasemissionen der schweren Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor gingen bei Stickoxiden um den Faktor 5 und bei Partikelemissionen um den Faktor 80 zurück. Im Rahmen der Beziehungen zu den Fahrzeugherstellern fordern die Stadtwerke überdies seit Jahren Verbrauchssenkungen.
Im Jahr 2004 wurden 40 neue Gelenkbusse beschafft, die schon die ab 2006 gültige EURO 4 Norm erfüllen, mit besonderen Filtern (CRT) ausgestattet sind und die Grenzwerte um knapp 90% unterschreiten. Des weiteren werden ab 2006 neu entwickelte Motoren mit einem speziellen Einspritzsystem eingesetzt, die sowohl den Lärm insgesamt als auch den Verbrauch und damit auch die Kohlendioxidemissionen um 5% senken werden.
Motoren für die ab 2008 geltende Euro 5 Norm befinden sich derzeit in der Erprobungsphase und werden noch von keinem Hersteller in Serie angeboten. In Anbetracht des bestmöglichen Kompromisses zwischen Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit ist es Ziel der SWM, zum frühestmöglichen Zeitpunkt Dieselbusse mit einem nach Euro 5 optimalen Abgas- und Geräuschstandard zu beschaffen.
3. Umweltfreundliche Treibstoffe
Die Stadtwerke München setzen bereits seit 1998 schwefelfreien City-Diesel ein, der die Abgasnachbehandlungssysteme unterstützt und die Abgasemissionen reduziert. Auf dem deutschen Markt hat sich dieser Dieselkraftstoff erst 2003 durchgesetzt. Ein weiter verbesserter synthetischer Dieselkraftstoff mit Biomasse als Ausgangsbasis (Sunfuel), der gegenüber fossilem Diesel 80% weniger Emissionen freisetzt, ist technisch zwar einsetzbar, auf dem Markt aber noch nicht in nennenswerter Menge verfügbar. Bis zum Jahr 2010 wird in der EU ein Marktanteil von 10% erwartet.
Biodiesel aus Raps ist aus mehreren Gründen nicht als Alternative zum herkömmlichen Dieselkraftstoff geeignet. Erstens könnte nach Angaben der SWM selbst auf der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland nur Raps für 5% des Dieselverbrauchs angebaut werden, zweitens gleichen höhere Umweltbelastungen durch Dünger und Pflanzenschutzmittel den Umwelteffekt durch geringere CO2-Emissionen wieder aus und drittens liegt der Verbrauch bei Biodiesel 10-15% höher als bei klassischem Diesel.
Pflanzenöl kommt zur Zeit noch nicht als Antriebsstoff in Frage, da weder Herstellerfreigaben noch Nachweise zu Funktionalität und Haltbarkeit vorliegen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist Pflanzenöl von einer wettbewerbsfähigen Nutzbarkeit noch weit entfernt.
Erdgasmotoren stellen eine ökonomische Alternative zum Dieselmotor dar, weisen neben Vorteilen aber auch Nachteile auf. Den geringeren Stickoxidemissionen stehen höhere Kohlendioxidemissionen gegenüber. Darüber hinaus arbeiten Gasmotoren im ottomotorischen Bereich, wo der Verbrauch thermodynamisch bedingt um etwa 30% höher liegt. Auch das durch die Gasspeicherflaschen und damit verbundene Karosserieverstärkungen höhere Gewicht spricht eher gegen den Einsatz von Erdgasbussen.
Wasserstoff ist als kohlenstofffreier Kraftstoff sowohl für Verbrennungsmotoren als auch für den Brennstoffzellenantrieb geeignet. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines von der EU geförderten und gemeinsam von den Stadtwerken München und MAN durchgeführten Demonstrationsobjekts befinden sich seit vier Jahren am Flughafen München drei Gelenkbusse mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren im Einsatz. Bei einer bisherigen Laufleistung von 300.000 km steht den hervorragenden Emissionswerten ein energetischer Mehrverbrauch gegenüber. Bis zur Serienreife von Wasserstoff-Verbrennungsmotoren wird mit noch erheblichem technischen und zeitlichen Aufwand gerechnet. Im Brennstoffzellenbereich läuft zur Zeit in 10 europäischen Städten ein Wasserstoffprojekt (CUTE), an dem die MVG aufgrund der fehlenden Finanzierungsmöglichkeit der Kosten von mehreren Millionen Euro nicht teilnimmt. Nach der Auswertung der Projektergebnisse ab 2006 soll ein Einsatz in München jedoch geprüft werden.
Ein Hybridantrieb mit elektrischem Kurzzeitspeicher, der die Bremsenergie beim dieselelektrischen Antrieb nutzt und den Kraftstoffverbrauch dadurch reduziert, wird gegenwärtig von MAN erprobt. Weitere Aussagen sind noch nicht möglich.
4. Zusammenfassung
Die Stadtwerke München / MVG verfolgen eine Reihe von Maßnahmen, die zur Reduzierung von CO2-, Schadstoff- und Lärmemissionen beitragen. Neue technische Entwicklungen, die dem Umweltschutz dienen, werden von der MVG in der Regel lange vor der Marktdurchdringung eingesetzt. Auch in den kommenden Jahren werden die Stadtwerke die Einsatzmöglichkeiten neuer Treibstoffe beobachten und, sofern technisch geeignet, in ihrer Fahrzeugflotte nutzen.
Beschluss:
1. Der Stadtrat nimmt den Vortrag zur Kenntnis.
2. Die Stadtwerke München verfolgen weiterhin alle Entwicklungen im Bereich Motortechnik und Antriebsstoffe. Sofern technisch und wirtschaftlich sinnvoll, werden umweltfreundliche und emissionenreduzierende Treibstoffe zum frühestmöglichen Zeitpunkt in der Fahrzeugflotte genutzt.
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