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P R E S S E M I T T E I L U N G
31. Juli 2007




Grüne beantragen Expertenhearing
Neue Wege im Baumschutz

Immer wieder kommt es in München zu heftigen Protesten gegen Baumfällungen und als übertrieben empfundene Baumpflegemaßnahmen. Dies betrifft nicht nur die Bäume in Nachbars Garten, sondern auch diejenigen auf öffentlichem Grund. Pasinger Stadtpark, Bavariapark oder Isarauen – gerade die Pflegemaßnahmen in städtischen Parks oder an Straßenbäumen sind häufig lautstarker Kritik ausgesetzt.

Mit einem Expertenhearing zum Thema „Baumschutz“ will die Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste nun neue Wege bei der Baumpflege untersuchen und größere Akzeptanz herstellen. Stadträtin Sabine Krieger hat beantragt, Fachleute einzuladen, die dem Stadtrat zu den Themen „Baumschutz-Praxis in München und in anderen Städten“, „Verkehrssicherungspflicht – Rechtssprechung“, Lebensphasen von Bäumen und deren ökologische Potentiale“ und „Naturgemäßer Schnitt statt Fällung?“ berichten. Darüber hinaus soll auch die Rolle von alten Bäumen und Naturdenkmalen zur Sprache kommen.

Sabine Krieger: „Gibt es lautstarke Proteste gegen die Fällung vor allem alter Bäume, zeigt sich oft, dass einige Bäume anscheinend doch noch zu retten sind und nicht gefällt werden müssen. Es drängt sich der Eindruck auf, dass bisweilen zu schnell zur Motorsäge gegriffen wird, weil die Stadtverwaltung auf Grund ihrer Verkehrssicherungspflicht zunächst einmal „auf der sicheren Seite“ stehen will.

Die Verkehrssicherheit darf jedoch nicht allein als Parameter für baumpflegerische Maßnahmen betrachtet werden. Wichtigstes Ziel muss es sein, die Bäume möglichst wenig zu beschneiden und wenn irgend möglich zu erhalten. Naturgemäße Baumpflege sollte sich an den verschiedenen Lebensphasen von Bäumen orientieren und nicht nur am visuellen Leitbild des gesunden vitalen Baumes in seiner Optimalphase. Ältere Bäume mit ausgedehnter Holzzersetzung, die unter dem Aspekt der Verkehrssicherung natürlich problematisch sind, bieten einer Vielzahl von bedrohten Tierarten Nahrung und Lebensraum. Um eine vorzeitige Fällung aus Gründen der Verkehrssicherung zu vermeiden, können Kappungen – auch großflächige wie die Kappungen der ganzen Oberkrone - aus Sicht des Naturschutzes manchmal die bessere Alternative sein.

Dieses Hearing soll dem Münchner Stadtrat und der Öffentlichkeit die unterschiedlichen Positionen der Stadt und der Naturschutzverbände darlegen, mögliche Lösungen aufzeigen und somit die Konflikte entschärfen.


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