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1. 4. 2007



Teuflisch, teuflisch – Heiden wollen am Karfreitag tanzen.
Grünen-Fraktionschef Benker: Ein Tänzchen in Ehren kann auch der Papst nicht verwehren!

Am Karfreitag, den 6. April 07 will der „Bund für Geistesfreiheit“ eine Tanzveranstaltung unter dem Motto „Heidenspaß-Party“ durchführen. Hierüber hat die Erzdiözese München und Freising jetzt den Bann verhängt: Das Kreisverwaltungsreferat München soll die Tanzveranstaltung verbieten, da es nach dem Bayerischen Feiertagsgesetz am Karfreitag nicht zulässig sei, eine Tanzveranstaltung durchzuführen.

Hierzu ereklärt Siegfried Benker, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen – rosa Liste:

Der Karfreitag und das Osterfest sind höchste Feiertage für Christen. Das wird von jedem anerkannt – und niemand will die religiösen Gefühle der katholischen MünchnerInnen verletzen.

Die Frage, um die es hier geht ist aber, ob die katholische Kirche in einem Land, in dem Religion und Staat getrennt sind, die Macht hat, allen anderen Gläubigen und Ungläubigen ihr Verhalten am Karfreitag vorzuschreiben. Katholiken stellen ca. 40% der MünchnerInnen und wenn man die evangelischen Christen hinzurechnet, kommt man auf eine knappe Mehrheit der Stadtgesellschaft. Der Bund für Geistesfreiheit legt seine Finger in die Wunde, wenn er auf ein Gesetz hinweist, das noch immer so tut, als ob die katholische Kirche Staatsreligion wäre. Aber die religiöse Zusammensetzung der Stadtgesellschaft ändert sich dramatisch. Die katholische Kirche verliert ca. einen Prozentpunkt der Stadtbevölkerung pro Jahr – während der Anteil der Nichtchristen in etwa gleichem Maße zunimmt. Da wird auch kein Verbot des KVR und kein Polizeieinsatz helfen, die Schäfchen bei der Stange zu halten.
Ich fordere das KVR auf, die Veranstaltung selbstverständlich nicht zu verbieten. In einem säkularen Staat wird auch die katholische Kirche bereit sein müssen, Toleranz zu üben. Die ca. 60% Nicht-Katholiken dieser Stadt haben auch mit Toleranz reagiert, als der Papst das öffentliche Leben hier lahm legte. Wenn das KVR jetzt mit einem Verbot reagiert, ist die Frage was als nächstes verboten werden soll: Kirchenkritische Äußerungen an Feiertagen? Lesungen über die Hexenverfolgung und die Inquisition? Tanzveranstaltungen auf denen die satanischen Verse vorgetragen werden?
Aber die katholische Kirche muss sich eigentlich keine Sorgen machen: Wenn Ihre Sicht der Dinge die wahre ist, dann werden alle TeilnehmerInnen des Tanzfestes einige Jahre im Fegefeuer schmoren – und wenn nicht? Ach, daran darf die katholische Kirche gar nicht denken!“


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