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P R E S S E M I T T E I L U N G
27. November 2006
CDU/CSU steigen aus diamorphingestützter Suchtbehandlung aus
Lebensgefahr durch ideologische Scheuklappen
Die Vorsitzende der Stadtratsfraktion Die Grünen rosa liste, Lydia Dietrich, hat ihre „tiefe Besorgnis“ über die Situation der Schwerstopiatabhängigen geäußert, die durch die von der CDU/CSU-Bundestagfraktion herbeigeführten Beendigung der diamorphingestützten Behandlung in eine ernste soziale und gesundheitliche Krise geraten könnten. In München nehmen 17 Patienten an der als Modellprojekt konzipierten kontrollierten Heroinabgabe teil, bundesweit sind es noch über 300 von ehemals über 1500. Die Überführung des Modellprojekts in eine gesetzlich Regelversorgung war letzte Woche am Widerstand der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gescheitert.
Lydia Dietrich: „Wieder einmal ist den konservativen Parteien der Blick auf die Wirklichkeit durch ihre ideologischen Scheuklappen verstellt. Aus purer Prinzipienreiterei verweigern CDU und CSU zahlreichen Schwerstabhängigen das Mittel, das ihnen erst die soziale und gesundheitliche Stabilität geben kann, die sie für eine erfolgreiche Therapie benötigen. Trotz ermutigender Ergebnisse mit der kontrollierten Heroinvergabe, trotz eindeutig zustimmender Stellungnahmen aus CDU-regierten Bundesländern haben die Unionsparteien beschlossen, das Projekt zu kippen und damit Hunderte von Menschen in eine prekäre Situation zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass die Folgen dieses Beschlusses durch eine Bundesratsinitiative unionsgeführter Länder noch abgewendet werden können. Die Stadt München fordere ich auf, für die hier am Heroinprojekt teilnehmenden Abhängigen beim Bundesgesundheitsministerium eine Sondergenehmigung zur weiteren Abgabe von Heroin im ersten Halbjahr 2007 zu beantragen.“
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