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P R E S S E M I T T E I L U N G
22.11.2006
Streit um zentralen Platz im Neubaugebiet Ackermannbogen
BA-Vorsitzender Klein und Planungsreferat rennen Fata- Morgana vom urbanen Platz im Wohngebiet hinterher
Im Streit um den geplanten zentralen Platz am Ackermannbogen und die damit verbundene Lage des Vollsortimenters mitten im Wohngebiet bezieht die Stadtratsfraktion der Grünen eine klare Position: Der geplante Vollsortimenter soll nicht wie vorgesehen mitten im Neubauviertel situiert werden, sondern wie im ursprünglichen Plan vorgesehen in der verkehrsgünstigen Lage an der Schweren-Reiter-Straße. Ein urbaner Platz wird an der vorgeschlagenen Stelle ohnehin nie entstehen, vielmehr soll am Schnittpunkt der vier Quartiere mit einer grünen Achse eine Oase für die Naherholung geschaffen werden.
Stadtrat Jens Mühlhaus, Mitglied im Planungsausschuss, begründet die Entscheidung der grünen Stadtratsfraktion:
Urbanität besteht aus einer Vielzahl von Qualitäten auf engem Raum. Urbanität bedeutet Leben, Aktion, Angebot und Aufenthalt in einer großstädtischen Umgebung. Der Ackermannbogen und seine zentrale Mitte werden aber NIE den gewünschten urbanen Charakter bekommen. Im Gegensatz zu allen von den Befürwortern genannten Beispielen wie dem Haderner Stern oder dem Hohenzollernplatz fehlt dort völlig das öffentliche Leben: keine U-Bahn, nicht mal eine Tram, nur ein Bus der dort endet; keine Stadtbücherei; keine Post; keine Kultureinrichtungen; keine belebte Straße; kein Sport, nichts. Einzig die Fahrradhauptroute von Schwabing in den Olympiapark.
Ein Vollsortimenter wird das nicht ändern. Direkt nebenan wartet Schwabing mit all seinen Reizen: Das Nordbad mit dem Karstadt, die belebte Hohenzollernstraße, die U-Bahn. Auf der anderen Seite der Freizeitpark mit den Events, der Olympiapark. Kein Mensch wartet auf einen urbanen Platz inmitten von Wohnhäusern mit null Infrastruktur, Kultur oder öffentlichen Angeboten.
Der BA-Vorsitzende Klein und das Planungsreferat laufen offensichtlich der Fata-Morgana vom urbanen Platz hinterher und versuchen ein unpassendes Ziel mit Argumenten zu rechtfertigen, die zudem von vielen verschiedenen Fachleuten eindrucksvoll widerlegt wurden.
Wir fordern daher das Planungsreferat auf, den ursprünglichen, preisgekrönten Rahmenplan wieder als Zielsetzung der Planung zu erheben. Der Gedanke dort ist richtiger: der Reiz des Ortes sind die Grünachsen. Ein Biergarten oder gute Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bewohner des Ackermannbogens und die dort vorbeikommenden Radfahrer sind dort viel logischer als ein Platz ohne Angebote. Die Straße hin zur Schweren-Reiter-Straße kann dann die Infrastruktur und Läden aufnehmen. Und dort, wo der Lärm ohnehin tönt, kommen das große Parkhaus und der Vollsortimenter hin, gut erreichbar dann auch von den wirtschaftlich notwendigen 10- 15.000 Einwohnern.
So entsteht eine Fortsetzung der Erfolgsstory Ackermannbogen als 1A-Wohnviertel und eine ökonomisch überlebensfähige Grundlage für den Investor und den Betreiber eines Vollsortimenters.
Wir hoffen, dass die anderen Rathausfraktionen sich in der entscheidenden Abstimmung im Planungsausschuss am 29.11. ebenfalls den externen Fachleuten, den Bewohnern, Investoren und Einzelhandelsbetreibern anschließen um so zu verhindern, dass durch eine bunte Fata-Morgana eine Planungswüste an der zentralen Stelle des Ackermannbogens entsteht.“
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