P R E S S E M I T T E I L U N G
13. November 2006
Grüne wollen Ölquelle in München sprudeln lassen
Wie man aus gebrauchten Speisefetten und -ölen Energie gewinnt, ist ein bekanntes Verfahren, das aber in Deutschland bisher sehr selten im größeren Maßstab angewendet wird. Das wollen die Grünen in München jetzt ändern. In zwei Anträgen (>>>hier) fordern sie die Sammlung von Altspeisefetten verbraucherfreundlich zu organisieren und ein Projekt für die Umesterung zu Biodiesel zu initiieren.
Vorbild ist das Modell einiger Bundesstaaten in Österreich. Dort wird das Altspeiseöl im großen Maßstab sowohl von Privathaushalten wie auch aus der Gastronomie zentral von der Kommune durch Mehrwegkübel gesammelt und zu Biodiesel umgeestert. Der erzeugte Treibstoff wird wiederum in der kommunalen Fahrzeugflotte oder zur Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken eingesetzt.
Für Bayern wird ein Gesamtpotential gebrauchter Speisefette und -öle von ca. 11 Mio. Litern angenommen. Mit dieser "Ölquelle" ließen sich rund 10 Mio. Liter Biodiesel oder 40 Mio. kWh Ökostrom erzeugen.
Stadträtin Sedef Özakin: "Es ist wichtig, Privatleuten wie auch Gastronomiebetrieben ein einfaches und kostengünstiges Entsorgungssystem für gebrauchte Speisefette anzubieten, damit das Öl nicht einfach in den Ausguss gekippt wird oder in die Tierfutterindustrie wandert. Denn das belastet die Umwelt und die Gesundheit der Menschen."
Stadträtin Sabine Krieger: "Wir haben auf der Reise des Umweltausschusses nach Graz gesehen, wie toll das System in Österreich funktioniert. In einem Kreislaufsystem zwischen Stadt und Umland wird das Altspeiseöl gesammelt und verwertet. Der fertige Biodiesel fließt dann wieder zurück in die Stadt und wird in der kommunalen Fahrzeugflotten eingesetzt. Das ist nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch ein großer Erfolg für die verschiedenen Regionen: Sammlung und Verwertung bewirken eine nachhaltige Wertschöpfung in der Region, schaffen etliche Arbeitsplätze und sparen Kosten für fossile Rohstoffe."
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