P R E S S E M I T T E I L U N G
4. November 2005
3. Startbahn verschreckt Investoren
Australisches Unternehmen macht Rückzieher wegen hoher Investitionen
Der Bau einer 3. Startbahn am Münchner Flughafen hat offenbar erhebliche finanzielle Nachteile für die Stadt. Laut Medienberichten war der australische Konzern Macquarie Airports vor kurzem am Kauf von Anteilen am Münchner Flughafen interessiert, hat sich jedoch aufgrund der Pläne für eine dritte Startbahn zurückgezogen, da die hierfür nötigen Investitionen in absehbarer Zeit keine Gewinne für die Flughafen München GmbH (FMG) erwarten lassen.
Die Grünen Stadträte Lydia Dietrich und Boris Schwartz wollen nun per Anfrage (>>>hier) an den Oberbürgermeister klären, ob die Berichte zutreffen, wie konkret die Verhandlungen waren und wie es mit dem angestrebten Verkauf der Anteile weitergehen soll.
Schon seit 7 Jahren bemüht sich die Stadt um den Verkauf der 23% Anteile die sie an der Flughafen München GmbH hält bisher ohne Erfolg: Die hohen Investitionen, die am Münchner Flughafen immer wieder anfielen, bereiteten trotz der boomenden Passagierzahlen kein freundliches Klima für Investoren. Der Bund, der die restlichen Anteile besitzt, wäre einem Verkauf ebenfalls nicht abgeneigt, doch die ablehnende Haltung des Freistaats Bayern, mit 51 % Mehrheitsgesellschafter der FMG, tut ein Weiteres, um Investoren abzuschrecken.
Trotz dieser nicht gerade rosigen Aussichten wollte die australische Firma Macquarie Airports anscheinend Münchner Anteile erwerben. Macquarie ist Teil eines australischen Finanzkonzerns und hält bereits Anteile an etlichen anderen Flughäfen z.B. in Sydney, Rom, Birmingham und Bristol. Nachdem der Kauf von Anteilen der FMG gescheitert war, hat Macquarie sein Engagement am Kopenhagener Flughafen erheblich ausgeweitet.
Lydia Dietrich, Fraktionsvorsitzende: „Die Pläne für eine 3. Startbahn schrecken offensichtlich auch langfristig denkende Investoren ab: Bis dieses Projekt Früchte trägt, wird viel Zeit vergehen Zeit, in der die Stadt weiterhin weder Zins noch Tilgung für ihre Darlehen erhalten wird und so jedes Jahr viele Millionen verliert. Angesichts der leeren städtischen Kassen ist es nicht mehr nachvollziehbar, wie die Stadt einer solchen Investition zustimmen kann, die nicht nur schwere Belastungen der Umwelt sondern auch handfeste finanzielle Nachteile mit sich bringt.“
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