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P R E S S E M I T T E I L U N G
16. August 2005
Die FMG verdreht die Tatsachen
Zubringerverkehr muss auf die Schiene“
Die Vorsitzende der Stadtratsfraktion Die Grünen rosa liste, Lydia Dietrich, hat den Behauptungen der Flughafen München GmbH widersprochen, München sei nicht mit LondonHeathrow vergleichbar und brauche auch in Zukunft einen großen Anteil an „Zubringerflügen“ mit niedriger Kapazität:
Die Grünen bleiben bei Auffassung, dass Flugreisen mit möglichst großer Kapazität zwischen Metropolen stattfinden soll. Der Zubringerverkehr muss auf die Schiene verlagert werden. Eine Wachstumsstrategie, die darauf aufbaut, von einem möglichst dichten Netz von Klein- und Kleinstflughäfen aus nach München fliegen zu können, wird weiterhin auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen. Denn auf diese Weise werden die Umwelt und die Menschen nicht nur im Erdinger Moos geschädigt, sondern in zahlreichen Regionen, die dafür bezahlen müssen, im Wachstumsplan der Lufthansa und der FMG eine Rolle zu spielen.“
Natürlich kann München nicht mit London konkurrieren - weder in der Größe noch in der Bedeutung als Wirtschaftsstandort. Aber es kann ja wohl nicht sein, dass die zu geringe Größe des Einzugsgebietes den Bau weiterer Startbahnen bedingt. Dies wäre eine grundsätzliche Fehlleitung von Ressourcen.
Anders als die FMG behauptet, ist zudem der Anteil des Transitverkehrs in Heathrow nicht kleiner als in München. Heathrow, der größte europäische Flughafen, hat einen sogar noch etwas höheren Anteil an Umsteigern wie München: 35 % der Passagiere nutzen Heathrow 2004 nur als Durchlaufstation, in München waren es 33 %. Wir fordern daher die bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung auf, für einen attraktiven Fernbahnanschluss zu sorgen, damit die Kapazitäten am Münchner Flughafen effizient ausgenutzt wird. Der Münchner Flughafen braucht vor allem eine attraktivere S-Bahn-Verbindung anstatt immer neuer überdimensionierter und nicht zu finanzierender Prestigeprojekte.
Ich fordere die FMG außerdem zu mehr Ehrlichkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Grundlagen ihres Wachstums auf. Natürlich wird der Flugverkehr auf vielfältige Weise staatlich subventioniert. Was die FMG so bescheiden „Anschubfinanzierung“ nennt, ist in Wahrheit eine Milliardensumme, an deren Rückzahlung die FMG offensichtlich wenig Gedanken verschwendet. Die Stadt München erleidet, abgesehen von der ausbleibenden Tilgung, jedes Jahr Zinsverluste von 20-30 Millionen Euro kein Pappenstiel für eine Kommune in Finanznöten. Hinzu kommt die Steuerbefreiung von Kerosin, das in München sogar noch bezuschusst wird. Diese Subventionierungen bilden eine entscheidende Grundlage für das Wachstum des Flugverkehrs. Die knappen öffentlichen Kassen können sich diese Geschenke schon lange nicht mehr leisten.“
Rückfragen: Pressestelle, Markus Viellvoye, Tel.: 233 92 619
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