P R E S S E M I T T E I L U N G
26. Juli 2005
Grüne stellen sich gegen 3. Startbahn
Kapazitätsprobleme durch mangelnde Effizienz
Die Grüne Stadtratsfraktion in München lehnt den Bau einer 3. Start- und Landebahn am Münchner Flughafen ab. Nach Auffassung von Fraktionschefin Lydia Dietrich ist das Projekt „Ausdruck einer grundsätzlich falschen verkehrspolitischen Entwicklung, die die Kosten für Umwelt- und Gesundheitsschäden auf die Allgemeinheit abwälzt und keine nachhaltige Beschäftigungswirkung hat.“
Lydia Dietrich: „Die 3. Startbahn soll aller Voraussicht nach nördlich der beiden bestehenden gebaut werden. Dies würde für die knapp 400 Einwohner der Ortschaften Eittinger Moos und Schwaiger Moos den Verlust ihrer Heimat bedeuten. Im Süden von Freising müssten zukünftig mehrere tausend Menschen in der Lärmzone des Flughafens leben und eine erhebliche Schmälerung ihrer Lebensqualität hinnehmen. Flächenverbrauch und Zerstörung erhaltenswerter Reste des Erdinger Moos sind weitere Nachteile des Projekts.“
Lydia Dietrich warnt zudem vor einer zu optimistischen Prognose des Wachstums des Flugverkehrs. Der steigende Ölpreis, die in der EU ernsthaft diskutierte Besteuerung von Kerosin und die instabile geopolitische Lage könnten die Wettbewerbsbedingungen des Flugverkehrs rasch verändern und große Investitionen unrentabel machen.
Die Kapazitätsprobleme am Münchner Flughafen, so Lydia Dietrich, seien zu einem großen Teil hausgemacht. Einerseits seien die hohen Wachstumsraten des Flugverkehrs auf Wettbewerbsvorteile durch öffentliche Subventionierung zurückzuführen etwa auf die Darlehen der Stadt an die Flughafen GmbH in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro oder die umweltpolitisch völlig inakzeptable Kerosinsubventionierung für Interkontinentalflüge. Andererseits verschenke der Münchner Flughafen seine Startbahnkapazitäten an zu viele kleine Flugzeuge, die nur relative wenige Passagiere befördern können: „Der Münchner Flughafen muss seine Kapazitäten effizienter nutzen. In München sitzen durchschnittlich nur 70 Personen in einer Maschine, in London-Heathrow sind es mit einer ähnlichen Startbahnkapazität 140 und in Frankfurt 100. 13 Flüge pro Tag nach Nürnberg, 18 nach Stuttgart diese Flüge sind ökologischer Irrsinn und verstopfen zudem die Startbahn für Flüge über längere Distanzen. Es ist an der Zeit, dass die Flughafen GmbH, die doch offenbar sehr gute Geschäfte macht, ihre vorhandenen Mittel optimal einsetzt. Dann können auch ohne 3. Startbahn neue Jobs entstehen.“
Rückfragen: Pressestelle, Markus Viellvoye, Tel.: 233 92 619
Aktuelle Anträge und Anfragen sind auch unter www.gruene-muenchen-stadtrat.de zu finden.
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