P R E S S E M I T T E I L U N G
31. Januar 2005
Klimaschutz beginnt im peruanischen Dschungel
Grüne Stadträtin kämpft für die Unterstützung der Indianer
Der städtische Umweltschutzausschuss wird sich am morgigen Dienstag, den 1. Februar 2005, mit den Aktivitäten des Klima-Bündnisses befassen, in dem die Stadt München Mitglied ist. Unter anderem wird auch über die Förderung eines Projektes zur Herstellung von Solarleuchten im peruanischen Iquitos entschieden.
Die Grüne Stadträtin Sabine Krieger hatte im letzten Herbst die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Delegationsreise des Klimabündnisses in abgelegene Regionen des Amazonas-Tieflandes selbst ein Bild von den Lebensbedingungen der Menschen und den verheerenden Auswirkungen der dortigen Erdölförderung zu machen.
Sabine Krieger: „Die großen Erdölfirmen in Amazonien vergiften und zerstören die Lebensgrundlagen der indigenen Völker im Urwald. Die Indigenen vor Ort profitieren nicht vom Reichtum ihrer Territorien. Ihre Flüsse, die ihnen bisher Trinkwasser und Fische geliefert haben, werden mit Schwermetallen aus der Förderung des Erdöls verschmutzt - damit die Menschen in den Industriestaaten ihre gewohnte Lebensweise beibehalten können.
Auf einer Versammlung, der ich beiwohnen konnte, berichteten Häuptlinge über zunehmende Hauterkrankungen, Magen- und Darmbeschwerden, Tumore und Leberschwellungen. Lecks in den Pipelines verseuchten ganze Regenwaldgebiete. Die ständig wechselnden Anbauflächen der Indigenen würden durch die Erdölförderung immer weiter beschnitten. Die medizinische Versorgung beschränke sich auf Aspirin und im Notfall auf den Transport ins Krankenhaus. Da die Menschen in den Dörfern auch keine Arbeit von der Erdölindustrie erhalten, sind sie auf die Versorgung aus Wald und Fluss angewiesen. Es fehlt Geld für Seife, Petroleum und Benzin - doch weder die Erdölindustrie noch die peruanische Regierung haben Interesse an diesen Problemen.
Für die meisten Menschen in den Urwaldgebieten ist Petroleum die einzige Lichtquelle. Sein Ruß ist neben der Erdölförderung eine weitere Quelle für Gesundheitsschäden, aber auch für die Schädigung des Klimas. Deshalb hat das Klimabündnis im Rahmen der Reise ein Solarlampenprojekt entwickelt, das in Peru großes Interesse fand. In einer Werkstatt in Iquitos sollen Solarleuchten und module zusammengebaut werden. Damit werden Arbeitsplätze vor Ort geschaffen und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Denn die fertigen Lampen werden dann an die Indigenen in den abgelegenen Gemeinden günstig verkauft oder geleast. Dies ist ein zukunftsweisendes Projekt, dass die Stadt als Mitglied des Klimabündnisses unterstützen muss.“
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