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P R E S S E M I T T E I L U N G
24. November 2004


NEIN zu Gewalt gegen Frauen -
Aufruf zum morgigen Aktionstag


Zum morgigen Aktionstag "NEIN zu Gewalt gegen Frauen" hat die Vorsitzende der Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste, Lydia Dietrich, dazu aufgerufen, Gewalt gegen Frauen in all ihren Erscheinungsformen und auf allen Ebenen der Gesellschaft zu ächten: "Es darf keine rechtsfreien Räume geben, in denen Frauen Gewalt ausgesetzt sind, keine familiären Umfelder und keine Parallelgesellschaften. Die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und auf freie Entwicklung der Persönlichkeit gelten immer und überall."
"Deutschland und seine Mehrheitsgesellschaft sind, was Gewalt gegen Frauen angeht, keineswegs eine Insel der Seligen," so Lydia Dietrich. Gerade im häuslichen Umfeld seien deutsche Frauen und Mädchen noch häufig Opfer von Gewalt – ein Problem, das wohl noch auf Jahre hinaus die Bemühungen und die Wachsamkeit einer aufgeklärten Öffentlichkeit erfordern werde. Notwendig sei es, gerade junge Männer immer wieder für dieses Problem zu sensibilisieren und junge Frauen zu Selbstverteidigung und Selbstbehauptung zu befähigen.
Gleichzeitig rief die Grünen-Stadträtin dazu auf, sich verstärkt dem Problem der Gewalt gegen Frauen innerhalb von Migrantenfamilien zuzuwenden: "Gerade in muslimischen Gemeinschaften wird Gewalt gegen Frauen bisweilen noch religiös legitimiert und leider auch praktiziert. Wir dürfen dieses Problem zwar nicht verallgemeinern und das friedliche Zusammenleben mit einem Großteil der zugewanderten Muslime durch Unbesonnenheit gefährden. Wir müssen aber darauf bestehen, dass religiös legitimiertes Verhalten nicht mit dem Grundgesetz kollidiert – da darf es keine Kompromisse geben.
Sinnvoll wäre es zum Beispiel, Zwangsheiraten in Deutschland explizit unter Strafe zu stellen und, auch wenn sie im Ausland geschlossen wurden, nicht anzuerkennen. Ausnahmen vom 18-jährigen Heiratsmindestalter sollten nur gewährt werden, wenn die Mädchen dies ausdrücklich wünschen, und nicht nach dem Willen der Eltern."


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