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P R E S S E M I T T E I L U N G
18.06.04

Initiative der Staatsregierung gegen Freier von Zwangsprostituierten greift zu kurz.

Zu der Ankündigung der bayerischen Justizministerin Beate Merk, Freier von Zwangsprostitutierten zu bestrafen, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Grünen/rosa liste im Stadtrat, Lydia Dietrich:

„Der Vorstoß von Frau Merk ist zwar gut gemeint, greift das Problem aber nicht da auf, wo es wirklich besteht. Selbstverständlich ist es nicht hinnehmbar, dass Freier die Dienste von Zwangsprostituierten in Anspruch nehmen. Das zu sanktionieren ist der positive Teil der Initiative. Wie Frau Merk die Freier überprüfen will, ist allerdings ein Rätsel.

Darüber hinaus ist es aber eine Illusion zu glauben, dass Frauen, die zur Prostitution gezwungen, also von den Zuhältern massiv unter Druck gesetzt werden, den Freiern dies auf Anfrage mitteilen. Damit werden die Frauen nicht geschützt, sondern ihre Zwangslage verschärft. Einen Schutz der Frauen kann es nur geben, wenn zum einen gegen die menschenverachtende Praxis der Zuhälter vorgegangen wird und zum anderen nicht die Frauen bestraft werden. Alles andere ist Augenwischerei und dient letztendlich nicht dem Schutz der Frauen.“


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