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P R E S S E M I T E I L U N G
18. 6. 2004


Grüne kritisieren umgehende Entfernung der Stolpersteine

Zur umgehenden Entfernung der Stolpersteine im Anschluss an den Stadtratsbeschluss stellt Siegfried Benker, Fraktionsvorsitzender fest:

Der Stadtrat hat mit großer Mehrheit entschieden, dass in München keine Stolpersteine im öffentlichen Grund verlegt werden sollen. Die Grünen bedauern diese Entscheidung. Als sehr viel angemessener hätte es die Grüne Fraktion empfunden, wenn im Herbst eine ruhige Debatte über das Für und Wider der Stolpersteine mit der Öffentlichkeit organisiert worden wäre. Dies aber wollte der Stadtrat auf keinen Fall. Mit dem ablehnenden Beschluss war auch klar, dass die Stolpersteine entfernt werden.

Beschämend ist allerdings die Art und Weise, wie es jetzt geschehen ist. Es wäre durchaus angemessen gewesen, dem Sohn des im Holocaust ermordeten Elternpaares Jordan eine Frist einzuräumen, bis zu der er selbst die Gedenksteine entfernen kann. Unzweifelhaft war die Verlegung der Stolpersteine eine rechtswidrige Aktion, die Tatsachen schaffen wollte. Doch die umgehende Entfernung lässt auch jedes Fingerspitzengefühl im Umgang mit persönlichem Gedenken vermissen. Auch wenn die Mehrheit des Stadtrates diese Form des Gedenkens nicht möchte, hätte der Wunsch eines einzelnen, seiner Eltern zu gedenken, nicht auf diese Art und Weise beendet werden müssen.

Ich bedauere, dass es keine weitere Debatte um die Stolpersteine mehr geben soll. Bei einer sachlichen und ruhigen Betrachtung aller Pro- und Contra Argumente bin ich überzeugt, dass es deutlich mehr Befürworter geben würde. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich eine Debatte, hinter der ein großes Bedürfnis nach persönlichem Engagement steht, auch nicht mit einem Beschluss gänzlich beenden lässt.“


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