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P R E S S E G E S P R Ä C H
24. Mai 2004


München wird Linux-Stadt

Das Feinkonzept hat ergeben: Linux für München wird funktionieren. Jetzt müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um die vielfältigen Chancen, die sich aus der Umstellung ergeben, auch zu nutzen.

Ein Jahr lang wurden Migrations-, Schulungs- und Kommunikationsstrategien erstellt und nicht zuletzt der Basis-Client für die Arbeitsplatz-Computer definiert und getes-tet. Alle städtischen Referate unterstützen das LiMux-Projekt und halten die Migration für zeitlich, organisatorisch und technisch machbar. Die Umstellung auf Linux und Open Source-Anwendungen soll bis Ende 2008 abgeschlossen sein.

Am Mittwoch den 26. Mai 2004 im vorberatenden Verwaltungs- und Personal-Ausschuß bzw. in der Vollversammlung am 16. Juni 2004 wird der Münchner Stadtrat endgültig darüber entscheiden, ob und wie sich die Münchner Verwaltung von Microsoft's Windows löst und zur Open Source Software wechselt.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/rosa liste im Münchner Rathaus unterstützt die Migration auf das neue Betriebssystem weiterhin ausdrücklich und dankt allen bisher Involvierten in Politik, Verwaltung und der freien Wirtschaft wie IBM und SuSE für die gute und intensive Ausarbeitung des Feinkonzepts.

Jens Mühlhaus, IT-Sprecher der Fraktion, fordert jetzt alle Beteiligten auf, fest an einem Strang zu ziehen:
"Die Welt schaut nach München. Die strategische Entscheidung für Linux vor einem Jahr hat der bayerischen Landeshauptstadt schon jetzt einen unschätzbaren Imagegewinn eingebracht. Die erfolgreiche Umsetzung ist jetzt Pflichtprogramm und Chance zugleich. Pflicht, weil jetzt sowohl die Open Source-Gemeinde, wie auch die "Fenster"-Freunde wie gebannt nach München schauen werden und die Umsetzung in der Münchner Verwaltung weltweite Auswirkungen auf die IT-Entwicklungen haben wird. Chance, weil München mit diesem Projekt einer wichtigen Zukunftsbranche neue Impulse und eine Heimat bieten kann."

Eine zentrale Rolle in der mehrjährigen Umstellung werden die städtischen MitarbeiterInnen einnehmen. Auf der einen Seite ist es mit dem Projektbeschluss wichtig, die notwendigen Voraussetzungen für eine optimale Schulung der MitarbeiterInnen im Migrations-Projekt zu schaffen und eine reibungslose Kommunikation mit den Experten und der Politik zu ermöglichen. Andererseits sind die Beschäftigten aufgefordert, sich dem Projekt nicht zu verschließen und die Einsparpotentiale gegenüber der Windowslandschaft gemeinsam zu erschließen und für eine Effizienzsteigerung zu nutzen.

Damit auch der Wirtschaftsstandort München von der Migration auf Linux und Open Source-Software profitieren kann, fordert Stadtrat Jens Mühlhaus:
"Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht den einen Monopolisten loswerden wollen indem wir uns dem nächsten globalen Riesen verschreiben. Im Laufe der Migration werden viele kleine und nicht so kleine Fachanwendungen und Speziallösungen benötigt. Die kleinen und mittelständischen IT-Firmen, die in München und der Umgebung ansässig sind, haben ein großes Know-How auch und gerade im Open Source-Bereich. Diesen Schatz gilt es zu he-ben, zugunsten des Projekts und zugunsten des IT-Standorts München. Denn wenn das Münchner LiMux-Projekt erfolgreich ist, kann dieser Erfolg auch exportiert und verkauft werden."

Um auch den MünchnerInnen und Münchnern Linux schmackhaft zu machen, haben die Münchner Grünen gemeinsam mit den Wiener Grünen eine eigene Linux-CD aufgelegt, die man ohne Installation auf jedem Rechner testen kann. Auf der CD finden sich zusätzlich zu einem voll lauffähigen Linux Betriebssystem jede Menge Open Source Software zum Ausprobieren und Informationen zum Thema "Was ist Open Source Software?" und "Warum sind die Grünen für Open Source Software?"
Außerdem Interviews und Statements von Daniel Cohn-Bendit, der Wiener Technologie-Sprecherin der Grünen, Marie Ringler und Jens Mühlhaus sowie Infos zu den Aktivitäten der Grünen für Freie und Open Source Software.


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