| SPD-Stadtratsfraktion |
Fraktion Die Grünen - rosa liste |
P R E S S E M I T T E I L U N G
9. März 2004
NS-Dokumentationszentrum: Auch Standort Stadtmuseum prüfen
Rathaus-SPD und Grüne-rosa liste: CSU-Landesregierung muss sich endlich erklären, ob sie mit der Stadt ein NS-Dokumentationszentrums errichten will
Da die CSU-Landesregierung immer weniger Interesse an der Verwirklichung des NS-Dokumentationszentrums in München zeigt, ergreifen jetzt Rathaus-SPD und Fraktion Grüne - rosa liste die Initiative. Über einen gemeinsamen Antrag fordern die Bündnispartner die Landesregierung auf, schnellstmöglich zu erklären, wo sie am Königsplatz das NS-Dokumentationszentrum zu verwirklichen gedenke. Parallel dazu wird die Stadtverwaltung beauftragt, neben den bisher angedachten Standorten - Alte Chemie, Gelände südlich der Alten Pinakothek, Gelände des ehemaligen "Braunen Hauses" - zu prüfen, ob Räumlichkeiten des Stadtmuseums für das NS-Dokumentationszentrum geeignet sind. Damit wollen die Antragssteller Christine Strobl (SPD), Monika Renner (SPD), Michael Leonhart (SPD) und Siegfried Benker (Grüne - rosa liste) den Freistaat dazu bringen, endlich seine Vorstellungen offen zu legen.
Michael Leonhart, kulturpolitischer Vizesprecher der Rathaus-SPD: "Seit fast zwei Jahren bemühen wir uns intensiv, gemeinsam mit dem Freistaat ein NS-Dokumentationszentrum für München zu schaffen. Doch trotz einstimmiger Beschlüsse in Landtag und Stadtrat, geht nichts mehr voran. Der Grund: Die CSU-Landesregierung weigert sich beharrlich, konkrete Schritte einzuleiten. So hat allein der Freistaat geeignete Grundstücke in der Umgebung des Königsplatzes. Aber die CSU ist nicht bereit, eines davon für das Dokumentationszentrum zu sichern. Dem Freistaat soll klar sein: Wir wollen das NS-Dokumentationszentrum auf jeden Fall errichten. Deshalb lassen wir jetzt auch das Stadtmuseum prüfen. Mit diesem Standort würde deutlich, dass München die NS-Vergangenheit an einem zentralen Ort ins Bewusstsein holt."
Siegfried Benker, Fraktionsvorsitzender Grüne - rosa liste: "Um es deutlich zu sagen: Der richtige Standort für ein NS-Dokumentationszentrum ist der Königsplatz. Es wird nur immer offensichtlicher: Der Freistaat will das Thema aussitzen. Ziel des Antrags ist es, dass sich der Freistaat endlich über allgemeine Zusagen hinaus zu konkreten Maßnahmen bereit erklärt. Zusammen mit dem Jüdischen Museum, der Jüdischen Kultusgemeinde und vielen anderen Planungen in der Umgebung wäre das Stadtmuseum sicher ein geeigneter Standort. Wir würden die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte an einem zentralen Ort in der Stadtmitte ansiedeln. Natürlich ist noch zu klären, welche Auswirkungen dies auf das Stadtmuseum hat, wenn 1.200 bis 1.500 Quadratmeter dauerhaft für den eigenständigen Bereich NS-Dokumentationszentrum verwendet werden. Aber das Stadtmuseum ist nur in der Prüfung: Besser wäre ein gemeinsames Vorgehen mit dem Freistaat am Königsplatz?
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