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P R E S S E M I T T E I L U N G
12.02.04


Das Eine-Welt-Haus kann weiterarbeiten

Das Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstaße wird auch in Zukunft die Heimat zahlreicher entwicklungspolitischer Gruppen und Initiativen sein. Das beschloss der Kulturausschuss heute gegen die Stimmen der CSU und der FDP, die das Haus bis zum Jahresende 2004 abwickeln wollten.
Der Trägerverein muss nach dem Willen der rot-grünen Stadtratsmehrheit allerdings massive Auflagen in Kauf nehmen, um die zeitnahe finanzielle Kontrolle sicherzustellen. So wird der Trägerverein aufgefordert, schnellstmöglich einen neuen Geschäftsführer einzustellen, der „betriebswirtschaftliche Kenntnisse, Managementerfahrung und Kenntnisse im Vereinsrecht“ nachweisen kann, und ein betriebswirtschaftlich adäquates Controlling von Seiten des Trägerkreisvorstandes sicherzustellen. Ferner soll der schon existierende Fachbeirat durch eine Satzungsänderung Kontrollmöglichkeiten (u.a. ein vierteljährlicher Finanzbericht) und ein Mitspracherecht gegenüber dem Vorstand erhalten, um eine weitere kontrollierende Ebene zu installieren.

Stadträtin Dr. Ingrid Anker (SPD):
Wir werden die Bezuschussung des Eine-Welt-Hauses fortsetzen, denn die Arbeit der vielen dort ansässigen Initiativen, die sich um kulturellen Austausch und ein friedliches Zusammenleben in der Stadt bemühen, hat sich als überaus wertvoll erwiesen. Dieser ehrenamtlichen Arbeit den Boden zu entziehen, wie die CSU dies immer wieder fordert, wäre grob fahrlässig. Das Eine-Welt-Haus mit seinen Strukturen ist ohne die viele geleistete ehrenamtliche Arbeit nicht denkbar – diesen Ansatz wollen wir erhalten, aber die Ehrenamtlichen auch befähigen, ihre Kontrollaufgaben wirklich wahrzunehmen. Die Arbeit muss qualifizierter und gleichzeitig strikt kontrolliert werden.“

Siegfried Benker, Fraktionsvorsitzender Die Grünen – rosa liste:
Das Eine-Welt-Haus erhält jetzt eine zweite Chance. Allerdings musste die Stadt darauf bestehen, das der Vorstand des Vereins und die Geschäftsführung des Hauses professioneller strukturiert werden. Die finanziellen Abläufe des Hauses werden auf allen Ebenen strikten Kontrollen unterworfen. Die Pleite der Gaststätten GmbH wird das Haus zwar noch eine Zeit lang belasten, der vorgeschlagene Entschuldungsplan ist jedoch mittelfristig ein Weg aus der Misere. Das Eine-Welt-Haus ist ein Kernstück der interkulturellen Arbeit in München geworden – und wir wollen, dass es das bleibt.“

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