P R E S S E M I T T E I L U N G
21. Januar 2004
Plant die Stadt die Vertreibung der Obdachlosen vom Gnadenacker?
Grüne wollen BuGa nicht als Potemkinsches Dorf
Sind Obdachlose ein unerträglicher Anblick für Besucher der Bundesgartenschau? Und muss die Stadt deswegen die Obdachlosen vertreiben, die bereits seit einigen Jahren in der Nähe des BuGa-Geländes auf dem sogenannten Gnadenacker eine Bleibe gefunden haben?
Dieser Verdacht drängt sich auf, wenn man die Äußerungen von Günter Suska, dem Sprecher des Planungsreferates ernst nimmt. Herr Suska wird in der SZ vom 30.12. 03 mit den Worten zitiert: „Das kann nicht sein, dass Asoziale neben einer Ausstellung mit weltweiter Resonanz kampieren.“ Die Stadtratsfraktion Die Grünen rosa liste will nun per Anfrage feststellen, ob diese Äußerungen zutreffen und wie sie von der Spitze des Planungs- und des Sozialreferates bewertet werden. Ferner will Fraktionschef Siegfried Benker wissen, ob das Planungsreferat tatsächlich daran arbeitet, den Gnadenacker zu räumen und ob es Alternativen zur Vertreibung gibt.
Siegfried Benker: „Anscheinend gibt es im Planungsreferat Bestrebungen, die Bu-Ga als eine Art soziale Puppenstube zu konzipieren und ihren Besuchern den Anblick sozialer Verwerfungen zu ersparen. Obdachlosigkeit ist aber nun einmal eine soziale Tatsache in der modernen Gesellschaft und die Stadt sollte dieses Problem nicht verdrängen oder die Obdachlosen vertreiben, sondern das Problem lösen. Das geht am besten in Kooperation mit dem Betroffenen und indem sie in die Lage versetzt werden, sich selbst zu helfen. Der Gnadenacker ist für viele Menschen eine Chance - ja oft die letzte Chance auf Gemeinschaft und soziale Stabilisierung. Und das ist mehr wert als ein Potemkinsches Dorf - und sei es noch so hübsch herausgeputzt.“
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