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P R E S S E M I T T E I L U N G
9. Januar 2004


Grüne fordern:
Münchner Wald als Vorbild für bayerische Staatswälder

Die Stadtratsfraktion Die Grünen – rosa liste hat die Sparpläne der Staatsregierung für die staatlichen Forste kritisiert. Ein Entwurf, der im Januar diskutiert werden soll, sieht unter an-derem die komplette Auflösung der Forstverwaltungen, die Einstellung der Beratungen für private Waldbesitzer und der Waldpädagogik sowie die Überführung der Staatswaldbewirt-schaftung in ein gewinnorientiertes selbständiges Unternehmen vor.

„Die Stadt ist zwar nicht so stark betroffen wie andere Kommunen oder die privaten Wald-bauern, aber die geplanten Kürzungen werden sich auf die Ökologie und die Erholungsfunk-tion der Wälder rund um München negativ auswirken,“ so Fraktionsvorsitzende Sabine Krieger. „Diese Wälder, wie z.B. der Perlacher Forst oder der Forstenrieder Park, sind als Naherholungsgebiete für die Münchnerinnen und Münchner unersetzlich. Sie leisten außer-dem einen großen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz und sind ein Rückzugs-gebiet für Tiere und Pflanzen. Diese Funktionen gilt es auch für nachfolgende Generationen durch den Aufbau stabiler Waldgesellschaften und durch eine nachhaltige Holznutzung zu erhalten. Mit den aktuellen Kürzungsplänen der Staatsregierung wird das kaum gelingen.“

München ist mit 4.500 Hektar der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer in Bayer und bewirt-schaftet seinen Stadtwald seit über 50 Jahren nach den Grundsätzen der Naturgemäßen Waldwirtschaft betreut. Im Oktober 2001 wurde der Stadtwald mit dem Naturland-Zertifikat FSC (Forest Stewardship Council) ausgezeichnet. Damit bekennt sich die Stadt München zu einer ökologische Waldwirtschaft und räumt dem Prinzip der Nachhaltigkeit einen besonde-ren Stellenwert ein. Das gilt auch für die pädagogische Bildungsarbeit. Sabine Krieger: „In München machen wir sehr positive Erfahrungen mit Waldführungen. Wir betrachten sie als attraktives Angebot, um Kindern und Erwachsenen ökologische Zusammenhänge näherzu-bringen und sie zu einem fürsorglichen Umgang mit der Natur anzuhalten. Die Nachfrage ist steigend. Im Jahr 2002 haben z.B. über 4.500 Personen an städtischen Projekten in diesem Bereich teilgenommen. Die Landesregierung will sich nun aus ihren eigenen Projekten zu-rückziehen, das halten wir für kurzsichtig und nicht nachvollziehbar.“

Die grüne Fraktion appelliert deshalb an die Staatsregierung, die Nachhaltigkeit mehr in den Mittelpunkt zu stellen und die Vorbildfunktion von kommunalen und staatlichen Wäldern nicht zu vergessen. „Die Aufrechterhaltung der ökologischen Funktionsfähigkeit unserer Wälder ist im besonderen Interesse der Bürger und Bürgerinnen und darf ökonomischen Interessen nicht untergeordnet werden. Bayern sollte sich hier ein Beispiel an der ökologi-schen Waldbewirtschaftung der Stadt München nehmen.“

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