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P R E S S E M I T T E I L U N G
28. Oktober 2003
Grüne Offensive gegen Laubblasgeräte
Die Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion, Sabine Krieger, hat beantragt, künftig auf städtischen Grünflächen keine Laubblas- und Laubsauggeräte mehr einzusetzen.
Laubbläser und Laubsauger produzieren Lärm und Abgase und schädigen die Bodenfauna. Sie sind unvereinbar mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung, auf die sich die Stadt verpflichtet hat,“ begründet die Politikerin ihren Vorstoß.
Vielen Menschen sind die lärmintensiven Geräte, die seit einigen Jahren verstärkt eingesetzt werden, ein Ärgernis. Jahrzehntelang ist das Laub auf Rasenflächen problemlos mit dem Rechen entfernt worden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum wir zu diesem Zweck jetzt, in einer Zeit gewachsenen Bewusstseins für Umweltbelastungen, Maschinen brauchen, die etwas produzieren, was wir gerade in der Stadt im Überfluss haben: Lärm und Abgase,“ so Krieger weiter.
Wegen der hohen Lärmemissionen (bis zu 115 dB(A)) unterliegen Laubbläser und sauger in Wohngebieten strengen Betriebsbeschränkungen. Bei Pegeln von 90 dB(A) und mehr nimmt die Gefahr einer Gehörschädigung deutlich zu. Auch die Abgasemissionen sind äußerst problematisch. Das Umweltbundesamt hat berechnet, dass ein Zweitaktmotor 200 mal so viel unverbrannte Kohlenwasserstoffe ausstößt wie ein PKW mit geregeltem Katalysator. Hinzu kommen noch Stickoxide und Kohlenmonoxid.
Auch die Bodenfauna wird durch die Geräte beeinträchtigt: Der lockere Oberboden, Humusteile, Pflanzenreste, Blätter etc. werden aufgesaugt oder verblasen. Gleiches gilt für in der bodennahen Krautschicht lebende Kleintiere (z.B. Käfer, Spinnen Tausendfüßler, Asseln, Springschwänze, Amphibien), die wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Der Entzug von Biomasse aus dem natürlichen Stoffkreislauf vor Ort führt zu einer Verarmung des Bodenlebens. Die Kleintiere, aber auch Kleinsäuger wie der Igel, die auf abgestorbenes Pflanzenmaterial angewiesen sind, verlieren ihre Nahrungsgrundlage oder für das Überleben im Winter dringend benötigte Deckung.
Sabine Krieger: „Die Umweltbelastungen durch Laubblas- und sauggeräte sind beträchtlich, sie können durch die Senkung der Personalkosten nicht gerechtfertigt werden. Die Reduzierung der Kehrarbeiten und der Wegfall des Abtransportes würden die zusätzlichen Kosten für mehr Arbeitskräfte kompensieren Wege müssen selbstverständlich frei gehalten werden, z.B. mit Kehrmaschinen. Das Liegenlassen der Blätter bis zum fast vollständigen Laubabfall und das einmalige Zusammenrechen in eine windstille Ecke ohne Abtransport der Blätter (Laubhaufen Schutzraum für Tiere) wäre für Boden und Tiere die optimale Pflege der herbstlichen Grünflächen. Auf Grund geltenden Rechts kann der Einsatz der Laubblas- und sauggeräte im privaten Bereich nicht untersagt, sondern nur eingeschränkt werden. Die Stadt sollte aber mit gutem Beispiel voran gehen und ihre Nachhaltigkeitsziele ernst nehmen.“
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