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P R E S S E M I T T E I L U N G
07. Juli 2003



Kein Stadion-Stau auf Münchens Straßen!
Grüne lehnen 7 Millionen Euro teures Telematik-Projekt ab

Wie schon lange bekannt ist, wird das neue Stadion in Fröttmaning nur schwer zu erreichen sein. Eine zu schwach dimensionierte U-Bahn und gleichzeitig nur zwei Zufahrten zum Stadiongelände von der Autobahn aus werden zu erheblichen Staus im weiteren Umfeld sorgen. Jetzt soll ausgerechnet ein Telematik-Projekt Abhilfe schaffen, das den Stadionverkehr durch Münchens Norden und auf den Mittleren Ring schleust. Es soll, im Falle von Staus auf den Autobahnen oder Störungen der Ausfahrten zum Stadion, den Verkehr über städtische Hauptstraßen und den Mittleren Ring ableiten.
Hierzu erklärt Jens Mühlhaus, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Rathaus: "In Zeiten, in denen weit wichtigere Dinge nicht realisiert werden können, ist dieses Projekt völlig unfinanzierbar. Das ganze Abenteuer soll 7,2 Millionen Euro für neue Ampeln, Schilderbrücken und viel Elektronik kosten, die Stadt wird davon selber 5-6 Millionen Euro tragen müssen. Bisher ist das Projekt im Stadionetat noch nicht veranschlagt, eine Gegenfinanzierung ist noch nicht gefunden. Doch wir sind nicht nur aus finanziellen Gründen gegen das Verkehrsleitsystem. Wir wollen vor allem den Stadionstau nicht auf unseren städtischen Hauptstraßen haben. Denn von dort müssten wir die Fan-Autos ja wieder auf eine Autobahn leiten, damit das Stadion überhaupt angefahren werden kann. Wenn die Fans wegen Staus oder Störungen erst mal in das dichte Münchner Straßennetz geleitet werden müssen, haben sie ohnehin keine Chance mehr, das Spiel rechtzeitig zu erreichen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist bei diesem Telematik-Projekt so gering wie schon lange bei keinem Projekt mehr. Im morgigen gemeinsamen Bau- und Kreisverwaltungsausschuss werden die Grünen daher das "Teilprojekt Verkehrsleitsystem Mittlerer Ring" ablehnen.
Es würde sich wohl deutschlandweit um die einzige Autobahnumleitung mitten durch eine Stadt handeln. Sinnvoller wären die Nutzung der Parkflächen der TU in Garching mit dem künftigen Anschluss der U6 direkt nach Fröttmaning von Norden her oder die Öffnung der Standspuren der Autobahnen im Störfall. Prognosen schätzen, dass immerhin 75% der Fans aus dem Norden oder Westen über die A8 kommen, also die Stadt eigentlich nicht anfahren müssten. Im übrigen kann man wohl nur auf einen raschen Lerneffekt der Autofahrer hoffen und eine frühzeitige Anreise empfehlen.
Die Grünen im Landtag und im Stadtrat werden sich weiterhin für eine bessere Erschließung des Stadions mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einsetzen und entsprechende Initiativen mit Nachdruck weiterverfolgen."


Rückfragen: Pressestelle, Markus Viellvoye, Tel.: 233 92 619
Aktuelle Anträge und Anfragen sind auch unter www.gruene-muenchen-stadtrat.de zu finden.

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