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Lebendige Flusslandschaft in der Stadt

Für eine naturnahe Gestaltung der Würm und ihrer Uferlandschaften

Die Würm ist neben der Isar der zweite große Fluss Münchens. Die Namensgeberin für die letzte Eiszeit ist eng mit der Siedlungsentwicklung und -struktur im Münchner Westen verknüpft und durchzieht als grünes Band die Stadt. Entlang der Würm gibt es noch viele Oasen für Tiere und Pflanzen sowie für die Naherholung. Gleichzeitig wird der Würmgrünzug jedoch durch die bestehenden oder geplanten Nutzungen beeinträchtigt, bietet aber an vielen Stellen die Möglichkeit naturnäherer Gestaltung und der Schaffung neuer Erholungsflächen.

Im vergangenen Jahr wurde der Würmkanal zum Nymphenburger Schloss 300 Jahre alt. Entlang des Kanals reihen sich zwischen Würm und Isar wichtige Münchner Parks wie Nymphenburger Park, Olympia-, Petuel- (in Bau), Luitpoldpark, Ungerer Bad und Hirschau. Das Kanalsystem mit angrenzenden Grünflächen ist Naherholungsziel und Verbindung für Fußgänger und Radfahrer aus dem Westen Richtung Innenstadt.

Maßnahmen zur Aufwertung der Würm und des Nymphenburger Kanals bekommen Aufwind, da die Würm bzw. das historische Kanalsystem der Würm dezentrales BUGA 2005-Projekt werden soll. Außerdem wurde im Rahmen des Münchner Bündnisses für Ökologie das Leitprojekt "Den Grünzug in Fahrt bringen!" ins Leben gerufen, bei dem u.a. dem Ausbau des Würmgrünzugs neuer Schwung verliehen werden soll. Diese Chance ergreifen wir Grünen, um einige konkrete Maßnahmen zur Aufwertung an Würm und Würmkanal vorzuschlagen und damit das Ziel, die Würm langfristig als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Naherholungsziel zu erhalten, zu unterstützen.

Anträge

1. Aufwertung der öffentlichen Freiflächen am Manzingerweg: Die Freiflächen zwischen Würm und Würmkanal am Manzingerweg mitten im Pasinger Zentrum sollen aufgewertet werden. Die Flächen werden kaum genutzt, da sie wenig einlandend wirken. Eine Möglichkeit, mehr öffentliche Nutzung in diese Oase zu bringen, könnte ein Café mit Biergarten in dem leerstehenden Haus am Manzingerweg 3 bieten.

2. Kulturhistorischer Lehrpfad an der Würm: Ein kulturhistorischer Lehrpfad kann den Gästen der BUGA 2005 und später den Spaziergängern und Radfahrern die Würm als Lebensader für die Menschen und den Würmkanal als großräumiges Element der Stadtgestaltung zugänglich machen

3. Renaturierung der Würmaue westlich der Mergenthalerstraße in Obermenzing: Im Stadtgebiet gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Würm ohne Konflikte mit anderen Nutzungen zu renaturieren. In der Geländemulde westlich der Mergenthalerstraße und östlich des derzeitigen Flusslaufes könnte man die Uferbefestigung entsprechend des Vorschlages im Gewässerpflegeplan rückbauen und der Würm freien Lauf lassen. Der Bolzplatz ließe sich auf das andere Würmufer verlegen.

4. Kneippbahnen an der Würm: Aufgrund der (noch) schlechten Wasserqualität an der Würm ist Baden in der Würm nicht möglich. Kneippbahnen bieten Erfrischung.

5. Erhalt und Verbesserung der durchgängigen Grünverbindung Nymphenburger Kanal und ihrer historischen Sichtbezüge: Der barocke Kanal zwischen Pasing und dem Nymphenburger Schloss ist wichtige Grünverbindung für Fußgänger und Radfahrer sowie Naherholungsziel. Angesichts aktueller Planungen in seinem Umfeld sollte für den Erhalt und die Verbesserung der Qualität der Freiflächen ein Konzept erarbeitet werden, das u.a. die Flächen westlich des Pasinger Bahnhofs, den Vorplatz der Pippinger Kirche und die Ausgestaltung der Lärmschutzmaßnahmen an der geplanten ICE-Trasse nach Ingolstadt umfasst.

6. Behringstraße südlich der Auenbruggerstraße als Rad- und Fußverbindung aufwerten: Die Behringstraße in Untermenzing parallel zur Würm stellt eine wichtige Radverbindung dar. Durch LKW-Verkehr ist diese Rad-Hauptroute gefährdet. Außerdem wird der Grünzug mit Jugendspielplatz durch ungeordnete Gewerbenutzung und Lagerflächen beeinträchtigt. Das Straßenstück südlich der Auenbruggerstraße sollte Rad- und Fußweg und die Erschließung des Gewerbegebietes neu geordnet werden (z.B. über den Pasinger Heuweg).

7. Bürgerbeteiligung: In Bezug auf Verbesserungen an der Würm für Naherholung und Naturschutz gibt es vor Ort einige Initiativen, die u.a. im Rahmen der Agenda 21 entstanden sind. Für die Konzeption der BUGA-Projekte an der Würm sollte auf deren Wissen und Anregungen sowie auf Ideen der BürgerInnen vor Ort zurückgegriffen werden.

Wichtige Planungen zur Aufwertung der Würm

3.6.1992: Realisierungsprogramm zur Sicherung und zum Ausbau von 14 großräumigen Grünverbindungen in der Stadt, darunter der Grünzug M, die Würm, der u.a. höchste Priorität hat. 20.4.1999 dazu Sachstandsbericht im Bauausschuss des Stadtrats. Viele Maßnahmen konnten bisher aufgrund der fehlenden Flächenverfügbarkeit nicht realisiert werden

1997 Gewässerpflegeplan des Wasserwirtschaftsamtes München, in dem z.T. Renaturierungsmaßnahmen vorgeschlagen werden.

13.11.2001 Beschluss des Leitprojekts 7 "Den Grünzug in Fahrt bringen!" im Rahmen des Bündnisses für Ökologie: konkrete Vorhaben für die Würm Öffentlichkeitsarbeit vor Ort und Sicherung einer städtischen Grünfläche in Allach

geplant 31.1.2002: Beschluss im Umweltausschuss zum Thema Gewässergüte der Würm; ähnlich wie an der Isar soll durch Zusammenarbeit der Bürgermeister die Verbesserung der Abwasserklärung an der Würm angestoßen werden.

geplant 2005: Bundesgartenschau. Neben der Hauptschau in Riem sollen dezentrale Projekte in München vorgestellt werden, darunter der Isarplan und die Würm bzw. das historische Kanalsystem der Würm. Genauere Projektvorstellungen liegen noch nicht vor.

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