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P R E S S E M I T T E I L U N G
27. September 2001



Die Hälfte der Münchner ist gegen das Stadion in Fröttmaning
Grüne fühlen sich bestätigt: "Ude hat sich vergaloppiert"


Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen - rosa Liste, Siegfried Benker, hat die Kritik von Oberbürgermeister Ude an dem Stadionbeschluss der Münchner Grünen zurückgewiesen.

Der Vorwurf, das "nein" der Grünen rühre aus rein wahltaktischen Motiven, sei offensichtlich unberechtigt: "Die Grüne Fraktion hat aus ihrer Kritik an Fröttmaning nie einen Hehl gemacht. Sie hat deshalb die Grundsatzentscheidung durchgesetzt, das Olympiastadion als Option für die WM 2006 zu behalten. Teile der Grünen Fraktion haben bereits in der Abstimmung vom 24. Juli 2001 deutlich gemacht, dass sie die Kosten für Fröttmaning für zu niedrig angesetzt halten. Vor allem aber hat die Fraktion überdeutlich gemacht, das sie den Beschluss vom 24. Juli 2001 zustimmt, weil wir den Bürgerentscheid wollen. Wenn die Münchner Bürger dies so wollen, werden wir auch den Neubau in Fröttmaning umsetzen.

Die bisherige Entscheidungslage des Stadtrates zum Stadion-Neubau (immer mit Ude und meist mit CSU, vom 13. 12. 2000 und vom 24. Juli 2001) besagt unter anderem:

1. Die Option eines FIFA-gerechten und moderaten Ausbaus des Olympiastadions wird aufrechterhalten. (Punkt 4 v. 13. 12. 2000)

2. Es wird zwar nur der Standort Fröttmaning weiterverfolgt, auch parallel zur Vorbereitung des Bürgerbegehrens, aber die Durchführung des Bürgerbegehrens stellt alle anderen Vorbereitungen logischerweise unter Vorbehalt."

Die Reaktion von Ude und Podiuk zeige, dass sie den Bürgerentscheid nicht ernst nähmen und als lästige Pflichtübung ansähen. Siegfried Benker: "Wenn der Oberbürgermeister behauptet, die Grünen wären nicht mehr "glaubwürdig", dann sollte er mit solchen Vokabeln vorsichtig sein. Der Beschluß vom 24. Juli 2001 gibt allen Parteien freie Hand, sich zu diesem Bürgerentscheid zu positionieren. Wie glaubwürdig ist ein Oberbürgermeister, der sich darüber empört, dass der Bürgerentscheid ernst genommen wird?"

Die aktuelle Umfrage, so Benker, nach der die Hälfte der Befragten einen Stadion-Neubau ablehne, zeige deutlich, dass die Position der Grünen von einem großen Teil der Bürger geteilt werde und der Oberbürgermeister sich vergaloppiert habe: "Herr Ude hat sich die Forderung der Vereine nach einem neuen Stadion zu eigen gemacht, weil er im Hinblick auf die Wahlen deren Fans nicht verprellen wollte. Nun merkt er, dass er einen großen Teil der Münchner Bürger und Bürgerinnen gegen sich hat, und wird nervös."

Es sei darüber hinaus mit der Verantwortung eines Münchner Oberbürgermeisters nicht vereinbar, die Option eines sanften Umbaus des Olympiastadions von vorne herein zu verwerfen, denn die Möglichkeit eines Scheiterns des Bürgerbegehrens müsse nun ernsthaft in Betracht gezogen werden. Benker: "Der sanfte Umbau ist möglich - wenn die Stadt will, wird es eine Einigung mit Herrn Behnisch und seinen Partnern geben. Nur eine völlige Entkernung des Olympiastadions, wie dies von den Vereinen gefordert wurde, ist glücklicherweise nicht machbar. Statt über die Architekten zu jammern, sollte der Herr Oberbürgermeister gegenüber den Vereinen wieder eine Verhandlungsposition in Augenhöhe einnehmen.

Wir Grüne werden das Ergebnis des Bürgerentscheids respektieren. Wir sind optimistisch, dass unsere Argumente Gehör finden und werden uns auch von einer großen Koalition aus Ja-Sagern nicht daran hindern lassen."

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