P R E S S E M I T T E I L U N G
5. März 2001
Erneutes Verdikt gegen die Ausstellung "Alltagsszenen in Palästina" -
Grüne fordern Rücknahme des Verbots
Mit heftiger Kritik reagiert die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen - rosa Liste auf das erneute Verbot der Ausstellung "Alltagsszenen in Palästina", durch Bürgermeisterin Gertraud Burkert.
Die Ausstellung war 1998 schon einmal zurückgezogen, nach einer Überarbeitung aber durch den damaligen Kulturreferenten Nida-Rümelin eröffnet und in vielen Schulen gezeigt worden. Laut Presseberichten verfügte Bürgermeisterin Burkert nach einem Protestschreiben eines Parteifreundes, dass die Ausstellung nicht mehr in öffentlichen Räumen gezeigt werden dürfe, ohne sich überhaupt selbst ein Bild gemacht zu haben.
Nach Auffassung von Fraktionschef Siegfried Benker handelt es sich bei dem Verdikt gegen die Ausstellung um einen "willkürlichen Eingriff gegen ein friedenspädagogisches Projekt, das in den letzten zwei Jahren in vielen Schulen zum Nachdenken angeregt hat." In einer Anfrage will Benker nun die Hintergründe des Verbots in Erfahrung bringen. Unter anderem will er wissen, ob tatsächlich ein Schreiben eines Parteifreundes genügt, um eine Ausstellung zu verbieten und ob der Bürgermeisterin bekannt ist, dass der Ausstellungstext von jüdischen Fachhistorikern für gut befunden und von der deutsch-jüdischen Dialoggruppe begleitet worden ist.
Die entscheidende Frage aber lautet: "Wann wird das Verbot der Ausstellung zurückgenommen?"
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