P R E S S E M I T T E I L U N G
28. Februar 2001
Armut macht Kinder krank: Rot-grün fordert Gegenoffensive
Der Zusammenhang zwischen einem vergleichsweise schlechten Gesundheits-zustand mit einer schlechten sozialen Lage ist Gegenstand eines Antrags der Stadtratsfraktionen der SPD und der Grünen/rosa Liste. Die Ergebnisse der Fachtagung "Armut und Gesundheit - Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche" sollen dem Stadtrat dargelegt und Projekte zur Verbesserung der Situation entwickelt werden.
Insbesondere die stadtteilbezogene Gesundheitsförderung, wie sie momentan z.B. im Hasenbergl stattfindet, wird auf ihre Tauglichkeit für andere Stadteile mit sozialen Problemen überprüft werden. Außerdem fordern die Fraktionen darzustellen, ob die Ausweitung der aufsuchenden Arbeit von Kinderkrankenschwestern und Hebammen in den ersten sechs Monaten nach der Geburt Verbesserungen des Gesundheitszustandes der Kinder erwarten lässt. In diesem Zusammenhang soll auch der Einsatz muttersprachlicher Kinderkrankenschwestern und Hebammen in Migrantenfamilien untersucht werden.
In einer Anfrage greift die Grüne Stadtratsfraktion außerdem die angeblich erhöhte Säuglingssterblichkeit von Migrantenkindern auf. In der oben erwähnten Fachtagung hatte Prof. Dr. von Voss vorgetragen, dass die Säuglingssterblichkeit bei Kindern von Einwanderinnen und Flüchtlingen signifikant höher liege als bei Säuglingen deutscher Eltern. Fraktionsvorsitzender Siegfried Benker will nun wissen, ob das städtische Gesundheitsreferat diese Einschätzung teilt, und welche Maßnahmen ergriffen werden können, die Sterblichkeitsrate dieser Säuglinge zu senken.
Siegfried Benker: "In einer von Armut geprägten Familie sind die Kinder öfter krank als in durchschnittlich verdienenden Familien. Die herkömmlichen Wege der Gesundheitsprävention erreichen Kinder aus benachteiligten Familien schwerer. Deshalb sind eigene Wege zur Gesundheitsvorsorge und -behandlung für Kinder und Jugendliche aufzubauen und auszuwerten, die in Armut leben. Soziale Gerechtigkeit bedeutet auch, dass alle die gleichen Chancen haben, gesund zu bleiben.
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