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PR E S SE M I T T E I L U N G
17. November 2000

Flüchtlingsunterkunft Hansastraße:
Grüne werfen Regierung Ignoranz vor


Im Zusammenhang mit der angeordneten Verlegung von 130 Flüchtlingen von der Flüchtlingsunterkunft in der Hansastraße in andere Quartiere haben die Grünen im Rathaus der Regierung von Oberbayern "Ignoranz" und "Desinteresse an einer angemessenen Vorsorge für Flüchtlinge" vorgeworfen. Fraktionschef Siegfried Benker kritisierte das "Auseinanderreißen mühsam aufgebauter und gewachsener sozialer Strukturen, die besonders für Flüchtlinge von großer Bedeutung sind, die ihre Heimat und ihr gewohntes soziales Umfeld verlassen mussten."
Siegfried Benker: "Es ist ohne Zweifel richtig, die jüdischen Aussiedler aus Russland gemeinsam in einer Unterkunft unterzubringen - schon aus Sicherheitsgründen. Es gibt jedoch keinen Grund, dies auf dem Rücken anderer Flüchtlingen zu tun. Wir fordern die Regierung von Oberbayern auf, ihrer Verantwortung für alle Flüchtlinge gerecht zu werden, gewachsene sozialen Zusammenhängen als Intergrationsleistung anzuerkennen und eine andere Lösung zu finden."
Die Münchner Landtagsabgeordnete Theresa Schopper hat Sozialministerin Barbara Stamm in einem Brief gebeten, von ihrer Rechtsaufsicht Gebrauch zu machen und diese völlig überflüssige Räumung zu stoppen.
Theresa Schopper: "Es kann nicht angehen, daß Familien mit Kindern, die langjährig im Westend untergebracht sind, dort sozial integriert sind, Kindergärten und Schulen besuchen und nach ihrer Flucht eine neue Heimat gefunden haben, mit sofortiger Wirkung innerhalb von wenigen Tagen umverlegt werden. Die Ankunft von neuen Kontingentflüchtlingen ist ein längerfristig planbarer Vorgang!"

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