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P R E S S E M I T T E I L U N G
5. Mai 2000
Grüne gegen "Jaudesfeuer"
Stadt muss auf Ansätze von Antisemitismus sensibel reagieren!
Zu einer sensiblen Reaktion bereits auf Ansätze von Antisemitismus mahnt die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen - rosa Liste. In einem Antrag fordert sie, Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen die Genehmigung zu versagen, "wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass im Ablauf der Veranstaltung auch Darbietungen mit antisemitischem Charakter enthalten sind."
Hintergrund ist die Auseinandersetzung um ein sogenanntes Jaudesfeuer des Trachtenvereins "D'Würmtaler Menzing" bei der eine lebengroße, den Judas symbolisierende Strohpuppe verbrannt wurde.
Boris Schwartz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender: "Die öffentliche symbolische Verbrennung von Menschen in Form einer die Gestalt des Judas darstellenden Strohpuppe im Rahmen eines "Jaudesfeuers" schädigt den Ruf Münchens - auch wenn sie eine lange Tradition hat.
Die große Mehrheit der Münchnerinnen und Münchner hat ein Recht darauf, dass das Ansehen ihrer Stadt nicht durch verschrobene Bräuche beschädigt wird, deren antisemitische Wurzel nur allzu deutlich durchschimmert. Die ehemalige "Hauptstadt der Bewegung" hat die Verpflichtung, bereits auf Ansätze von Antisemitismus sensibel zu reagieren. Die Pflege von Sitte und Brauchtum darf hier keine Sonderrolle einnehmen."
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