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25.04.2008
Hilfe gegen Computerspielsucht
Antrag
Die Verwaltung wird gebeten
· zu berichten, wie viele Fälle von Computerspielsucht in München im letzten Jahr bekannt geworden sind
· darzustellen, mit welchen Mitteln die Münchner Suchthilfeinstitutionen der um sich greifenden Computerspielsucht begegnen können.
Begründung:
In wissenschaftlichen Publikationen, in Politik, Gesellschaft und Medien wird zunehmend über das Suchtpotenzial bei exzessiver Internetnutzung diskutiert. Besonders die Rollenspielsucht, die meist bei Kindern und Jugendlichen auftritt, ist dabei ins Blickfeld gerückt.
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestags hat bereits im Jahr 2006 auf das Suchtpotential von Computerspielen aufmerksam gemacht. Auch der Deutsche Bundestag hat sich im April 2008 in einer Anhörung mit dem Thema befasst.
Studien der Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe der Charité Berlin (ISFB) zum Computernutzungsverhalten bei aktiven Computerspielern schätzen die Zahl süchtig spielender Nutzer auf ca. 10 Prozent. International wird der Anteil an Kindern und Jugendlichen mit pathologischer Computerspielnutzung zwischen 6 und 20 Prozent geschätzt.
Immer mehr Fälle von zwanghaftem Spielen werden berichtet und immer mehr betroffene Eltern suchen Rat. Die ersten Selbsthilfeinitiativen haben sich gebildet. Besonders das Spiel „World of warcraft“ weist anscheinend ein großes Suchtpotential auf. Kontrollverlust über die Spielzeit, merkliche Leistungseinbußen in der Schule, Tendenzen von Vereinsamung und Ängsten in „realen“ sozialen Beziehungen werden als Folge exzessiven Spielens berichtet.
Hilfsangebote und Hilfsstrukturen wie in der Suchtkrankenhilfe wären im Sinne der Betroffenen wünschenswert. Damit wäre eine regionale Anbindung, Versorgung und Behandlung möglich. Die Angebote zur Prävention und Behandlung von Computerspielsucht sind bisher nur lückenhaft. Aufklärungskampagnen sollten nicht nur die Risiken von Alkohol, Drogen oder Nikotin thematisieren, sondern auch die Suchtgefahr, die von den neuen elektronischen Medien ausgeht. Eltern müssen die Möglichkeit erhalten, sich über die Suchtgefahr, die von neuen Medien ausgeht, zu informieren und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Auch SuchtberaterInnen und TherapeutInnen müssen hinsichtlich der Besonderheiten der Medienabhängigkeit sowie hinsichtlich der inhaltlichen und technischen Grundlagen neuer Medien geschult werden. Zudem muss die Vernetzung bestehender Suchthilfeeinrichtungen gefördert werden, damit bereits existierendes Know-how in der Bekämpfung von Medienabhängigkeit weiter vermittelt und ausgebaut wird.
Fraktion B 90/Die Grünen - rosa liste
Initiative:
Lydia Dietrich
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