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100 Jahre Internationaler Frauentag


12.02.2008


ANTRAG


Klimaschutzfahrplan 4:
Ökologische Mustersiedlung


Der Stadtrat möge beschließen:

In einem der Neubaugebiete (z.B. Freiham, Kasernengelände) wird eine ökologische Mustersiedlung mit mindestens 400 WE und einer Kindertagesstätte errichtet, die folgende Kriterien erfüllt:

1. Hochwertige energetische Ausstattung – mindestens Passivhausstandard

2. Möglichst hoher Anteil Erneuerbarer Energien

3. gute Ökobilanz aller Baustoffe

4. intelligente Konstruktionen in Kombination mit natürlichen Materialien

5. eine innovative Architektur

6. Vielfalt durch kleinteilige Entwicklung der Grundstücke

In einer Wirtschaftlichkeitsberechnung mit unterschiedlichen Energiepreisszenarien sollen die möglichen Lebenszeitkosten für Bebauung, Planung, Instandhaltung, Energie und Renovierungen dargestellt werden und mit einer herkömmlichen Bebauung nach der geltenden EnEV verglichen werden.


Begründung:

In Zeiten des Klimawandels und ständig steigender Energiepreise wird eine hochwertige energetische und ökologische Ausstattung bei Neubauten zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Denn kluge Käufer wissen, die Häuser und Wohnungen, die sie kaufen, werden 50 bis 100 Jahre und mehr stehen. Und in dieser Zeit werden die Anforderungen an einen geringen Energieverbrauch aus ökonomischen, aber natürlich aus ökologischen Gründen immer mehr steigen. Auch steigt durch eine gute Dämmung und die Verwendung ökologischer Baumaterialien die Wohnqualität deutlich. Das haben auch schon einige, allerdings nur kleine Bauträger erkannt.

Eine Herausforderung für die Architektur, denn wir wollen nicht nur 0815 Häuser. Kompakt ja, aber bitte kreativ und architektonisch ansprechend. Mit natürlichen Materialien und intelligenten, in die Landschaft und das Umfeld eingefügten Konstruktionen.

Das kleine Land Vorarlberg in Österreich hat uns seit vielen Jahren vorgemacht, wie es gehen kann. Dort in einem Land, das jahrhundertelange Erfahrungen mit dem Holzbau hatte, wurden diese Techniken weiterentwickelt und den heutigen energetischen, ästhetischen und architektonischen Anforderungen angepasst. Aber auch Stahl, Glas und Beton werden ebenso qualitätsvoll verarbeitet. Dabei sind die Gebäude geprägt von einer modernen Architektursprache und kompakten Haustypen. Letzeres ermöglicht eine kostenbewusste Produktion. In Vorarlberg entsprechen bereits 80 % aller neu errichteten Wohngebäude den Kriterien der ökologischen Wohnbauförderung. Das Land unterstützt damit die Optimierung auf einen niedrigen Energieverbrauch (jährlicher Heizenergiebedarf < 55 kWh pro m² BGF), den Einsatz erneuerbarer Energieträger, sowie die Verwendung ökologischer und verträglicher Bauprodukte. Zusätzlich erreichen immer mehr Gebäude den sehr anspruchsvollen Passivhausstandard (jährlicher Heizwärmebedarf <15 kWh pro m² Wohnfläche). Derzeit sind in Vorarlberg mehr als 90.000 m² thermische Sonnenkollektoren und 76.000 m² Photovoltaikanlagen installiert – mehr als 20% der Heizenergie stammt aus Biomasse. Neben einem wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz trägt diese Praxis insbesondere zur Steigerung der Wohnqualität und zur langfristigen Wertsicherung des Bauwerkes bei.

Um die notwendige Qualität der Bebauung zu erreichen, brauchen wir auch in München kleinteilige Strukturen. Deshalb müssen Baugemeinschaften, Baugenossenschaften und Wohnprojekte in das Projekt eingebunden werden.

Da die Errichtungskosten über die Lebensdauer eines Hauses nur 15 % der Kosten ausmachen, sind mögliche höhere Baukosten, die bei intelligenten Konstruktionen reduzierbar sind, nur marginal. Allein 40% machen die Energiekosten und etwa 40% die Unterhalts und Renovierungskosten aus.

München muss jetzt hier endlich Flagge zeigen, als Bundeshauptstadt im Energiesparen und Solarhauptstadt unter den Metropolen. Wir brauchen ein Vorzeigeobjekt, an dem gezeigt werden kann, das hochenergetische Bauten schön sein können und auch in München vermarktbar sind.


Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen/Rosa Liste
Sabine Krieger, Jens Mühlhaus

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