|
22.02.2008
ANTRAG
Konsequenzen aus der Studie über die Lebenssituation älterer MigrantInnen in München
Der Stadtrat möge beschliessen:
1. Um die Strukturen der Altenhilfe (Offene Altenhilfe, ambulante und stationäre Pflege) in der älteren Migrationsbevölkerung besser bekannt zu machen werden in verschiedenen Sprachen bedarfsorientierte Informationsfaltblätter erstellt.
2. Es wird dargestellt, in welchem Maße unter Einbeziehung der Migrantenorganisationen selbst ein Netzwerk Altenhilfe für ältere MigrantInnen besteht bzw. initiiert werden kann.
3. Das Sozialreferat setzt sich verstärkt dafür ein, dass sich die Träger der stationären Altenpflege in München verstärkt dem Thema „kultursensible Pflege“ annehmen und ihre Häuser interkulturell öffnen. Hierfür muss das Sozialreferat eine vermittelnde Rolle u. a. zwischen entsprechenden Fachstellen, Ausländerbeirat, Migrationssozialdiensten und regionalen Initiativen von Migrantinnen und Migranten einnehmen. Das Sozialreferat unterstützt bei der Erarbeitung migrationsspezifischer Konzepte und wirkt beratend bei der Umsetzung dieser Konzepte in den Einrichtungen der Altenhilfe. Hierfür sind vom Sozialreferat die entsprechenden Ressourcen bereitzustellen.
4. Mit den Krankenhäusern in München vor allem den städtischen Kliniken wird ein Leitfaden „Überleitung, Aufnahme und Behandlung von älteren MigrantInnen“ erarbeitet. Dieser soll es gestatten, die Krankenhäuser zur „Clearingstelle“ für die weitere Betreuung und Behandlung alter MigrantInnen zu machen.
5. Um den Mehraufwand, den interkulturelle Kompetenz in der Pflege erfordert (mehr an Zeitaufwand, Schwerpunkte in der Sprachkompetenz, kultursensible Vorgehensweisen) entsprechend vergütet zu bekommen, sollen das Sozialreferat sowie die weiteren Verhandlungspartner bei weiteren Entgeltverhandlungen auf eine Vergütung dieses Mehraufwandes drängen.
6. Es werden Konzepte erarbeitet, wie die Zahl der Fachdolmetscher in den verschiedenen Bereichen der Altenhilfe erhöht werden kann.
7. Es wird dargelegt, wie das Thema „Interkulturelle Kompetenz und kultursensible Pflege“ als Teil der Altenpflegeausbildung gestärkt werden kann.
8. Es wird dargelegt, in welchem Umfang dem Vorschlag eines „Interkulturellen Mehrgenerationenwohnens“ gefolgt werden kann. Weiterhin ist darzulegen, inwieweit in den bisherigen Überlegungen zum Mehrgenerationenwohnen interkulturelle Aspekte einbezogen wurden.
Begründung:
Die Studie „Ein bisschen dort, ein bisschen hier...“ über ältere MigrantInnen in München hat eine große Zahl von Empfehlungen ausgesprochen, wie die Situation von älteren, hilfsbedürftigen MigrantInnen in München dauerhaft verbessert werden könnte. Mit Beschluss vom 6. 12. 2007 wurden einige Empfehlungen, die vom Sozialreferat aufgegriffen wurden, beschlossen. Eine große Zahl von Empfehlungen wurde allerdings bisher nicht weiter verfolgt.
Es ist aber unbestritten, dass die Frage der sozialen und pflegerischen Versorgung älterer MigrantInnen ein großes Thema der Sozialen Arbeit in den nächsten Jahren darstellen wird handelt es sich doch hier um die am schnellsten wachsende Gruppe in der Münchner Bevölkerung. Mit diesem Antrag soll erreicht werden, dass weiteren zentralen Empfehlungen der Studie so schnell möglich nachgegangen wird.
Fraktion Die Grünen rosa Liste
Initiative:
Siegfried Benker
Stadtrat
|