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06.06.2007
ANTRAG
Die Alten- und Pflegeheime für MigrantInnen öffnen
Der Stadtrat möge beschließen:
- Es wird dargestellt, welche Konzeptionen es derzeit in den stationären Altenpflegeeinrichtungen in München gibt, um sich für den schnell wachsenden Anteil alter MigrantInnen in München zu öffnen. Es wird gebeten auch die Erfahrungen des Saul-Eisenberg-Heimes der Israelitischen Kultusgemeinde sowie des Ludwig-Feuerbach-Hauses der AWO/Ottobrunn einzubeziehen.
- Es ist darzulegen, wie hoch der Anteil der MigrantInnen in den stationären Einrichtungen der Altenpflege derzeit ist.
- Es ist darzulegen, welche Modelle aus anderen Städten existieren, um die Einrichtungen der stationären Altenpflege interkulturell zu öffnen. Hierbei sind sowohl interkulturell geöffnete Modelle als auch Modelle z. B. nur für eine Ethnie (wie das Modell in Berlin einer Altenheimstation für türkischstämmige Migranten) zu berücksichtigen.
- Es wird dargelegt, inwiefern die (Sozial-)Vereinigungen der MigrantInnen mit einbezogen werden, um dem Unwissen über die stationären Einrichtungen und den Vorbehalten vor stationärer Unterbringung auf Seiten der älteren MigrantInnen zu begegnen.
- Es werden Überlegungen angestellt, ob alternative stationäre Wohnformen mit entsprechenden Konzeptionen von MigrantInnen evtl. eher akzeptiert würden als Altenheime.
- Das Sozialreferat stellt dar, auf welchen Wegen die notwendige Öffnung der stationären Altenhilfe für MigrantInnen umgesetzt werden kann.
Begründung:
Von den BewohnerInnen der stationären Einrichtungen in München sind im Schnitt nur 2 3% MigrantInnen. Dies liegt sicher daran, dass beispielsweise die ehemaligen ArbeitsmigrantInnen erst jetzt zunehmend in das Alter kommen, in dem eine stationäre Einrichtung gebraucht wird. Ein weiterer Grund ist aber sicher darin zu sehen, dass einerseits die Alten- und Pflegeheime auf die besonderen Anforderungen kultursensibler Pflege nicht vorbereitet sind obwohl die alten MigrantInnen die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe in München darstellen. Andererseits gibt es sicher von Seiten der MigrantInnen viele Vorbehalte und sicher auch viel Unwissen über die Einrichtungen und die Wege dorthin.
Alle Untersuchungen zu dieser Frage zeigen aber eines deutlich: Die interkulturelle Öffnung der stationären Altenpflege, die Einrichtung einer kultursensiblen Pflege mit entsprechendem Gender-Hintergrund geschieht nicht von selbst, sondern ist Ergebnis langfristiger konzeptioneller Arbeit.
Hierbei kann es verschiedene Wege geben. Es kann sinnvoll sein, die stationären Einrichtungen durch Qualitätsstandards, Fortbildungen und entsprechende Leitlinien zu öffnen, so dass sie von allen angenommen werden. Es kann aber auch ein sinnvoller Weg sein, für einzelne Ethnien einzelne Wohngruppen oder alternative Wohnformen einzurichten.
Kultursensible Altenpflege muss sich auf alle Phasen eines Aufenthaltes in einer stationären Einrichtung beziehen. Bei der Aufnahme, beim Alltag, bei der Ernährung, beim Umgang mit Demenz und Sprachschwierigkeiten ebenso wie bei der kultursensiblen Sterbebegleitung. Einige Häuser in München haben hier bereits Erfahrung. Es ist aber notwendig, kultursensible Altenpflege wirklich zum Standard zu machen.
Fraktion Die Grüne rosa liste
Initiative:
Siegfried Benker
Sedef Özakin
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