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07.12.06
Hilfe statt Überwachung
Gesicherte Aufenthaltsmöglichkeit für Suchtkranke am Orleansplatz schaffen, Verdrängung ins Stadtviertel verhindern.
Antrag
Der Stadtrat möge beschließen:
Das Referat für Gesundheit und Umwelt und das Sozialreferat werden aufgefordert zu prüfen, ob für die Suchtkranken am Orleansplatz ein Raum im Gebäude des Ostbahnhofs zur Verfügung gestellt werden kann. In dem Raum sollen sich die Suchtkranken aufhalten können und ein niedrigschwelliges Angebot erhalten. Der Aufenthaltsraum sollte nicht in der Geschäftspassage im Untergeschoss liegen, sondern abseits der Einkaufsströme. Geprüft werden soll:
- die Möglichkeit einer Essensversorgung für das Klientel,
- die Möglichkeit einer Finanzierung durch den Einzelhandel rund um den Ostbahnhof.
- Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit das Projekt „Help U“ am Wiener Karlsplatz, das vom Fonds Soziales Wien und den Wiener Linien durchgeführt wird, auf den Orleansplatz übertragen werden könnte.
Begründung:
Die Situation am Orleansplatz war in den vergangenen Monaten wiederholt Anlass für Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner und des Einzelhandels. Allerdings hat sich die Situation am Orleansplatz auch durch eine Zunahme Alkohol konsumierender Personen verschärft. Die Stadt hat daraufhin zwei Streetworkerstellen beschlossen, die mit den Personen Kontakt aufnehmen und sie - wenn möglich - in Hilfesysteme vermitteln.
Die Situation am Ostbahnhof ist aber auch geprägt durch eine sich wiederholende Verdrängung der Suchtkranken vom Platz. Die Personen suchen sich dann andere Plätze im Stadtviertel, was wiederum führt dazu, dass sich Beschwerden von AnwohnerInnen häufen.
Es erscheint sinnvoll und notwendig für die Suchtkranken eine Möglichkeit zu schaffen, wo sie sich ganzjährig aufhalten und niedrigschwellig versorgt werden können.
Damit würde die Suchtszene am Orleansplatz einerseits auch weiterhin von den Streetworkern erreicht werden können, andererseits würde sich durch einen Aufenthaltsraum die Situation im Stadtviertel beruhigen.
Gerade für den Einzelhandel wäre eine solche Maßnahme vorteilhaft, deshalb wäre es auch wünschenswert, wenn er sich bei der Finanzierung beteiligte.
Das Projekt „Help U“ am Wiener Karlsplatz wurde im September 2006 begonnen. Ziel ist es, mit einem Team von ausgebildeten Mitarbeiterinnnen des Fonds Soziales Wien und den Wiener Linien, Ansprechpartner für PassantInnen, TouristInnen, Fahrgäste, Geschäftsleute und Suchtkranke zu sein. Dadurch sollen Konflikte erst gar nicht entstehen und in Notfällen und Krisensituationen ist es möglich, die notwendigen Schritte einzuleiten. Sozialarbeit und Polizeiaufgaben werden von „Help U“ nicht übernommen. Eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Streetwork findet aber statt.
Die Grünen - rosa liste
Initiative:
Lydia Dietrich
Siegfried Benker
Stadträtin/Stadtrat
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