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13.11.2006
Altspeisefette sinnvoll verwerten!
Antrag
Das Referat für Gesundheit und Umwelt wird gebeten zusammen mit dem Kommunalreferat die sinnvolle energetische Verwertung von gebrauchten Speiseölen und -fetten sowie Tierfetten z.B. in Blockheizkraftwerken oder als Kraftstoff möglichst in einem Kreislaufsystem zu prüfen und gegebenenfalls ein Pilotprojekt zu starten. Geprüft werden sollte dabei auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern.
Begründung:
Gebrauchte Altspeisefette und -öle gingen früher hauptsächlich in die Tierfutterindustrie. Doch spätestens seit den verschiedenen Skandalen ist klar, dass der eindeutig bessere Verwertungsweg die Umesterung zu Fettsäuremethylester ist, einem Kraftstoff der in den meisten Dieselmotoren insb. von Blockheizkraftwerken eingesetzt werden kann.
Zwei Studien der TU München Fachbereich Energie- und Umwelttechnik haben gezeigt, dass ein ausreichendes Potenzial und technische Verwertungsmöglichkeiten von gebrauchten Speiseölen und -fetten sowie Tierfetten vorhanden sind. Als ideale Verwendungswege für gesammelte Altspeisefette von besserer Qualität werden dort die energetische Verwertung in Blockheizkraftwerken zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme sowie die Verwertung als Kraftstoff (Altfettmethylester, AME) für den LKW- oder landwirtschaftlichen Verkehr vorgeschlagen.
Die Umesterung von Altfett zu AME sollte laut Studie idealerweise vom Fettsammler durchgeführt werden, um Transportkosten zu minimieren und die Wertschöpfung beim Sammler zu belassen.
In Österreich existiert schon seit Jahren ein sehr gut funktionierendes Sammel- und Verwertungssystem für gebrauchte Speiseöle. In Kooperation mit Gemeinden und Verbänden übernimmt dort die „ARGE Energie- und Treibstoff aus Fett“ die Sammlung und Verwertung. Das gereinigte und aufbereitete Altspeiseöl wird zum einen zum Beheizen von Blockheizkraftwerken, zum anderen als Treibstoff für die kommunale Fahrzeugflotte verwendet.
In Österreich hat sich das System nicht nur in ökologischer sondern auch in ökonomischer Hinsicht bestens bewährt. So z.B. in Graz. Dort stehen für Gewerbe und Gastronomie extra kostenlos Standcontainer zur Verfügung, die nach Bedarf entleert werden. Das Altspeiseöl wird in der Gemeinde Mureck zu Biodiesel umgewandelt und wandert als umweltschonender Bio-Treibstoff wieder zurück in die Tanks der städtischen Linienbusse. In Mureck wird aber nicht nur Altspeisefett aus Graz sondern auch aus anderen Gemeinden im Umkreis von 200km verestert. Aus einem Liter Altspeiseöl wird in Mureck 0,85 Liter Biodiesel.
Gerade in Zeiten steigender Öl-, Gas- und Treibstoffpreise sollte deshalb auch München das vorhandene Potential nutzen.
Die „ARGE Energie und Treibstoff aus Fett“ berechnet für Bayern ein Potential von rund 11 Millionen Litern gebrauchtes Altspeiseöl. Mit dieser „Ölquelle“ ließen sich rund 10.000.000 Liter Biodiesel oder 40 Mio. kWh Ökostrom erzeugen.
Da ein großer Teil des gewerblichen Speisefettes derzeit von privaten Betreibern entsorgt wird, sollte geprüft werden, inwieweit auch diese in das Projekt eingebunden werden können bzw. inwieweit eine Sammlung auch von Seiten des Abfallwirtschaftbetriebes durch ein attraktives Angebot für die Gastronomiebesitzer erfolgen kann.
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/Rosa Liste
Jens Mühlhaus
Sabine Krieger
Sedef Özakin
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