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07.11.2006
Antrag
Förderung des Projektes „diversity“ in neuen Räumlichkeiten
Der Stadtrat möge beschließen:
Das Sozialreferat wird beauftragt, das Projekt „diversity“ in neuen Räumlichkeiten mit einer Summe von ca. 35.000,- € zu fördern.
Die Förderung soll in 2007 aus Restmitteln erfolgen.
Für die Finanzierung ab dem Jahre 2008 soll das Sozialreferat dem Stadtrat einen Vorschlag zur Beschlussfassung vorlegen.
Begründung:
diversity“ ist der Name des Dachverbandes der lesbisch-schwulen Jugendgruppen Münchens, in dem sich die meisten Angebote, Projekte und Gruppen für lesbische, bisexuelle oder schwule Jugendliche zusammengeschlossen haben. Gemeinsam soll dadurch in München ein umfassendes Angebot für lesbisch/schwule Jugendliche bereitgestellt werden. Zur Zeit sind sechs Projekte aus diesem Bereich in „diversity“ zusammengeschlossen.
Die Nachfrage der Angebote von „diversity“ ist in den letzten Jahren stark gestiegen.
Die Studie der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der LHM „Unterm Regenbogen - Lesben und Schwule in München“ zeigt die Diskriminierungserfahrungen bei unter 25-jährigen Münchner Schwulen und Lesben:
- Eigenerfahrung an verbaler, psychischer Gewalt haben 82,5 % der jungen Männer und 70,6 % der jungen Frauen.
- Benachteiligung oder Ablehnung in der eigenen Familie aufgrund der Homosexualität haben 37,3 % der Männer und gleichermaßen der Frauen erlebt.
- Negative Erfahrungen innerhalb des heterosexuellen Freundeskreises aufgrund der Homosexualität haben 47,1 % der Männer und 39,8 % der Frauen.
- Situationen, in denen große Angst besteht, als homosexuell erkannt zu werden, kennen 63,9 % der Männer und 51,3 % der Frauen.
- Das Bekenntnis zur eigenen Homosexualität fällt 75,5 % der Männer und 75,3 % der Frauen unter 25 besonders schwer.
Die Möglichkeit, in einer Gleichaltrigengruppe Erfahrungen zu machen, belastende Lebenssituationen bewältigen und bearbeiten zu können, ist für Jugendliche von zentraler Bedeutung.
Der Verband stellt mit seinem Konzept einen Gesamtüberblick dar, welche Angebote unter dem Dach von „diversity“ für lesbische und schwule Jugendliche und junge Erwachsene gibt. Das Jugendcafè „Diversity“ findet nun schon seit mehreren Jahren regelmäßig in der Glockenbachwerkstatt statt. Das Konzept hat sich bewährt, dort treffen sich regelmäßig eine große Anzahl an lesbischen und schwulen Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Zusätzlich gibt es zum Cafè mehrere Gruppenangebote für Schwule und Lesben. Diese sind unterschiedlich verortet, weil in der Glockenbachwerkstatt nicht mehr Platz für schwule und lesbische Jugendarbeit zur Verfügung steht.
Insgesamt sehen wir die Angebote als eine sinnvolle Unterstützung, um junge Menschen auf ihrem Weg des „Coming Out“ zu begleiten. Außerdem hat die ganze Jugendarbeit des Dachverbandes „diversity“ einen sehr partizipativen Ansatz, so dass die Potenziale der jungen Menschen sehr gut miteinbezogen werden.
Heute erweist es sich als zunehmend problematisch, dass die Räumlichkeiten in der Glockenbachwerkstatt nicht öfter für das Cafè und die Jugendgruppen genutzt werden können. Es wäre wünschenswert, dass den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Gelegenheit gegeben wird, sich häufiger zu treffen. Deshalb ist die Suche nach neuen Räumlichkeiten sinnvoll.
Lesbisch/schwule Jugendarbeit versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Einrichtungen sondern in Ergänzung zu diesen als Brücke zwischen Elternhaus und Szene. Lesbisch/schwule Jugendarbeit kann einen entscheidenden Beitrag zu einem selbstbestimmten Leben leisten.
Die Grünen/rosa liste
Initiative:
Lydia Dietrich
Thomas Niederbühl
Stadträtin/Stadtrat
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