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ANTRAG
13.03.06
Die Verzahnung von stationärer Altenpflege und Krankenhaus sinnvoller gestalten
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Sozialreferat und Referat für Gesundheit und Umwelt legen in Zusammenarbeit mit der MünchenStift GmbH und dem Städtischen Klinikum München GmbH Überlegungen vor, wie durch eine engere Verzahnung von Alten- und Krankenpflege in den städtischen Alten- und Pflegeheimen eine bessere medizinische Versorgung sichergestellt werden kann und gleichzeitig die Zahl der altenpflegebedürftigen PatientInnen in den städtischen Kliniken gesenkt werden kann.
2. Um dies zu erreichen soll besonders untersucht werden, ob durch die Errichtung einer Krankenstation in städtischen Alten- und Pflegeheimen Verlegungen von behandlungsbedürftigen BewohnerInnen der Alten- und Pflegeheime deutlich vermindert werden können. In diesem Zusammenhang werden MünchenStift und Klinikum München gebeten, die jeweiligen Zahlen der Verlegung von der MünchenStift in Kliniken und umgekehrt darzulegen.
3. Wenn dieser Weg gangbar erscheint, werden die MünchenStift GmbH sowie die Städtische Klinikum GmbH gebeten ein geeignetes Modellprojekt in einem städtischen Heim vorzuschlagen.
Begründung:
Seit vielen Jahren bemüht sich die MünchenStift, die medizinische Versorgung in den Alten- und Pflegheimen zu verbessern. Die HeimbewohnerInnen werden in der Regel von ihrem Hauarzt versorgt mit allen evtl. daraus resultierenden Folgen wie z. B. mangelhafte Kenntnisse in Gerontologie oder schlechte Abstimmung zwischen den Pflegekräften im Heim und dem niedergelassenen Arzt. In Krisensituationen ist der Hausarzt oft nicht greifbar. Modellprojekte, die zum Ziel hatten die Finanzierung eines Arztes im Heim über die Krankenkassen zu erreichen sind über das Stadium des Modellprojektes nicht hinausgekommen. (Hier: letzten Stand erfragen!)
Die Folge dieser Situation ist, dass viele BewohnerInnen in Krisensituationen durch Notärzte in eine Klinik verlegt werden müssen. In den Kliniken ergibt sich umgekehrt das Bild, dass PatientInnen eigentlich dauerhafte Pflege benötigen aber nicht unbedingt in eine Klinik liegen müssten. Diese Situation ist für beide Seiten, vor allem aber für die BewohnerInnen und PatientInnen äußerst nachteilig.
Verlegungen bedeuten für akut erkrankte HeimbewohnerInnen außerdem eine immense Belastung.
In dieser Situation sollte geprüft werden, wie eine sinnvolle Verzahnung der städtischen Kliniken und der MünchenStift aussehen kann. Dies könnte bedeuten, dass das ärztliche und krankenpflegerische Know-how der Kliniken vor Ort vorhanden wäre BewohnerInnen aber bei Bedarf nicht verlegt werden müßten, sondern im Haus behandelt werden könnten. Es würde sich nicht um eine ambulante Betreuung handeln. Vielmehr sollten die BewohnerInnen im Haus bleiben. Eine Verlegung in Kliniken würde nur bei Bedarf stattfinden.
Die BewohnerInnen müssten das Haus nicht verlassen. Die Station selbst sollte nicht einer Krankenhausstation gleichen, sondern so weit möglich dem Wohnbereich eines Alten- und Pflegeheims der MünchenStift. Die deutlich höhere medizinische Versorgung als auf einer Station der Altenpflege lässt auch die Möglichkeit zu, dass PatientInnen aus den Kliniken früher als bisher in Pflegeheime verlegt werden können.
MünchenStift und Städtisches Klinikum werden gebeten, die Vor- und Nachteile, die kostenmäßigen Auswirkungen, die rechtlichen Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat sowie dem RGU darzustellen. Wenn die Träger diese Möglichkeit positiv sehen werden sie gebeten, ein Modellprojekt vorzuschlagen.
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen rosa Liste
Initiative:
Siegfried Benker
Lydia Dietrich
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