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ddd


15.02.2006


Antrag


Der Stadtrat möge beschließen:


EU Aktionplan:
Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillens in Europa – wo steht München?


Das Referat für Gesundheit und Umwelt wird gebeten, einen Überblick über die Umsetzung des EU-Aktionsplans „Schutz, Förderung und Unterstützung des Stillens in Europa“ in München zu geben.
Dargestellt und bewertet werden sollen alle im Aktionsplan aufgeführten Maßnahmen, die im Zuständigkeitsbereich oder im Einflussbereich der Kommune liegen. Aufbauend auf den bereits in München existierenden Aktivitäten zum Thema „Stillen“, soll eine Zielrichtung vorgegeben und ein Handlungskonzept für eine Förderung des Stillens in der Landeshauptstadt aufgestellt werden.


Begründung:
Die gesundheitlichen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind sind wissenschaftlich vielfach belegt. Trotzdem werden junge Mütter häufig von ihrer Umgebung oder im Krankenhaus etc. nicht ausreichend unterstützt, ihre Kinder länger zu stillen.
Kinderärzte und Hebammen sind nicht immer im Umgang mit Stillproblemen geschult. Das Stillen in öffentlichen Räumen, wie Cafes, Restaurants, Büchereien, Kaufhäuser etc. ist nicht etabliert und zur Selbstverständlichkeit geworden. Und Muttermilchersatzprodukte werden häufig als bessere Alternativen propagiert. Daher sind frisch gebackene Eltern oft überfordert, den für sie richtigen Weg zu erkennen und umzusetzen. Bei Stillschwierigkeiten wird deshalb gerne auf die Flasche und auf Muttermilchersatzprodukte zurückgegriffen.
Die Weltgesundheitsorganisation und die Nationale Stillkommission empfehlen, Säuglinge sechs Monate ausschließlich zu stillen. Dafür müssen noch viele Mütter europaweit gewonnen werden, da bisher erst wenige ihre Kinder ein halbes Jahr lang nur mit Muttermilch ernähren. Im Juni 2004 verabschiedeten deshalb alle EU-Staaten den EU-Aktionsplan „Protection, promotion and support of breastfeeding in Europe: a blueprint for action“. Auf der Basis der Ergebnisse einer europaweiten Studie entwickelt der sogenannte „Blueprint“ einen europäischen Standard für eine flächendeckende und effiziente Stillförderung. Der Blueprint stützt die Forderungen der „Innocenti Declaration on the Protection, Promotion and Support of Breastfeeding“ von 1990, die ebenfalls von der Bundesregierung unterzeichnet, jedoch nur unzureichend umgesetzt wurden.
Der Aktionsplan, der von Stillexperten aus der gesamten EU und daran angeschlossenen Ländern sowie den wesentlichen Interessenvertretern einschließlich der Mütter geschrieben wurde, versteht sich als Modell, was umgesetzt werden sollte. Er umfasst sehr detailliert aufgeführt gezielte Maßnahmen oder Maßnahmenpakete mit belegter Wirksamkeit.
Die Landeshauptstadt München sollte sich als stillfreundliche Stadt präsentieren und die Umsetzung des Aktionsplans unterstützen.
Dazu zählen lang- und kurzfristige Strategiepläne, wie das Stillen von der Geburt bis ins Kleinkindalter hinein begleitet werden kann. Das könnte z.B. die Koordinierung von Stillinitiativen sein, die Durchführung von Veranstaltungen/Kongressen zum Thema Stillen, gezielte Schulungen von Hebammen, Krankenschwestern und Ärzten, Erstellen von Informationsmaterial oder die Zertifizierung der städtischen Kliniken als „Stillfreundliche Krankenhäuser.“
Innovativ könnte man auch über eine Plakette für besonders stillfreundliche Einrichtungen nachdenken, die gemeinsam von Münchner Geschäften und Gastronomiebetrieben entwickelt wird, sowie über einen „Stillstadtplan“ der jungen Müttern und Vätern die Möglichkeiten in München aufzeigt, wo Kinder willkommen und Möglichkeiten zum Stillen und Wickeln vorhanden sind.
Bayernweit wird die Umsetzung des EU-Aktionsplans durch die Aktion „Einfach Stillen“ des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unterstützt.
Eine Zusammenarbeit mit der bayerischen Aktion sollte für München geprüft und geeignete Maßnahmen des Aktionsplans in ein Handlungsprogramm für ein „stillfreundliches“ München aufgenommen werden.


Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/rosa liste
Initiative
Lydia Dietrich
Stadträtin


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