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26.1.06
Ausbildungschancen auch für junge Mütter
Antrag:
1. Dem Stadtrat wird dargestellt, wie viele Schülerinnen mit Kleinkindern der Schule am Bogenhauser Kirchplatzes sowie anderer Berufsschulen und Einrichtungen für Berufsvorbereitende Maßnahmen vom Schulunterricht befreit sind, weil sie keine Betreuungsplätze für ihre Kinder gefunden haben. Betroffen sind zudem schwangere Schülerinnen der Abgangsklassen an Hauptschulen.
2. In Zusammenarbeit zwischen Sozialreferat/Jugendamt, Schulreferat/F1, dem Freistaat und Trägern von BVJ und BBJ Maßnahmen wird ein Konzept entwickelt, das sicherstellt, dass auch junge Mütter die angefangenen Maßnahmen erfolgreich beenden können:
· Es wird in zentraler Lage eine Kindertagesstätte gesucht, die bevorzugt Kinder von Schülerinnen aufnimmt.
· Die Mädchen/jungen Frauen werden schon frühzeitig während der Schwangerschaft auf diese Einrichtung aufmerksam gemacht.
· Die jungen Mütter werden sozialpädagogisch beraten und begleitet, damit sie die Vorteile erkennen können, sowohl für sich selbst durch eine Ausbildung, als auch für ihre Kinder durch eine professionelle Betreuung.
· Die Erzieherinnen der Kindertagesstätte erhalten Fortbildungsangebote, die ihnen die Elternarbeit gerade mit sehr jungen Müttern in unsicheren Lebenslagen erleichtern.
· Die durch die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes neu geschaffene Möglichkeit einer modularisierten Ausbildung sollen genutzt werden.
3. Zur Finanzierung wird überprüft, inwieweit auch die Agentur für Arbeit bzw. die Arge (Projekt U 25) mit herangezogen werden können oder Europaprojekte in diesem Bereich unterstützt werden.
Begründung:
Gerade Mädchen und junge Frauen, die ihre Schulzeit ohne Erfolg abgeschlossen haben, keinen Ausbildungsplatz finden konnten und nun in einer Berufsvorbereitenden Maßnahme ihre Perspektiven vielleicht nicht deutlich erkennen können, sehen in einer mehr oder weniger gewollten Schwangerschaft oft die Lösung all ihrer Probleme: einmal etwas erfolgreich zu Ende bringen (ein süßes Baby, dass man allen zeigen kann), nicht mehr über die Zukunftsplanung nachdenken zu müssen (Mutter sein als Hauptberuf), die Hoffnung in einer unsicheren Zeit den derzeitigen Partner sicher binden zu können.
Dies ist selten ein bewusstes Agieren sondern „passiert“ einfach, und so sind die Mädchen auch nicht in der Lage wirklich abzuschätzen, wie sehr sie ihren eigenen Lebensweg dadurch beeinträchtigen.
Da es besonders für Kinder unter drei Jahren schwer ist, einen Betreuungsplatz zu finden, müssen die Schülerinnen vom Schulunterricht befreit werden, um ihre Kinder versorgen zu können.
Damit haben nicht nur diese jungen Mütter sehr schlechte Chancen, einmal auf eigenen Füßen zu stehen und ohne öffentliche Unterstützung ihr Leben zu meistern, es ist auch aus vielen Studien ersichtlich, dass die Zukunftschancen ihrer Kinder viel schlechter sind als die von Müttern, die eine gute Ausbildung erhalten haben.
Es besteht also durchaus die Gefahr, dass wir nicht nur die jungen Mütter in eine unsichere Zukunft entlassen sondern auch gleich die nächste Generation von Schulversagern und Hilfeempfängern heranziehen.
Deshalb muss dafür gesorgt werden, dass die jungen Mütter eine Chance am Ausbildungsmarkt erhalten und ihre Kinder in einer Tagesstätte betreut werden, in der die Erzieherinnen auch ein offenes Auge für die Probleme der Mütter haben können.
Initiative
Jutta Koller
Sabine Krieger
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