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26.1.06
Anfrage
Chancen für Qualifizierung steigern
Jedes Jahr verlassen ca. 1000 Schülerinnen und Schüler eine Schule in München ohne einen Abschluss und ohne Chance, aus eigener Kraft eine Qualifizierungsmaßnahme, geschweige denn einen Ausbildungsplatz zu bekommen.
ÜSA soll wie schon der Name sagt - diesen jungen Menschen helfen, den Übergang von Schule zu Ausbildung zu schaffen. In der heutigen Praxis erfahren die Mitarbeiter von ÜSA jedoch oft erst dann von diesen Jugendlichen, wenn wegen der Nichterfüllung der Schulpflicht ein Bußgeldverfahren gegen sie eingeleitet wird.
Für manche Jugendliche, die durch Schulversagen und mangelnden Zukunftschance schon frustriert sind, ist also der erste Kontakt, den sie mit den Menschen, die ihnen helfen sollen, haben der, dass sie eine Zahlungsaufforderung bekommen. Dies führt nicht unbedingt zu Motivationsschüben und wirkt sich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kontraproduktiv aus.
Um dies zu verhindern müssen Wege geöffnet werden, wie ÜSA bereits frühzeitig über gefährdete Schülerinnen und Schüler informiert werden kann, um unterstützend tätig werden zu können, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.
Wir fragen deshalb:
Anfrage:
1. Was unternimmt das Schulreferat in Kooperation mit Jugendamt und ArGe im Bereich des Übergangs von Hauptschule zu BVJ und anderen berufsvorbereitenden Maßnahmen?
2. Was unternimmt das Schulreferat in Kooperation mit Jugendamt und ARGE, um zu verhindern, dass Jugendliche nach Verlassen der Hauptschule ohne Unterstützungsangebot in Ausbildungs- und Arbeitslosigkeit abgleiten?
3. Wie kann hier der Arbeitsauftrag von ÜSA angepasst werden, ohne dass die bisherige Beratung gefährdet wird? ÜSA sollte bereits im Vorfeld, d.h. vor Beendigung der Hauptschule, mit den Hauptschulen kooperieren, um einer Unterbrechung der Ausbildungsbiografie der Jugendlichen vorzubeugen
4. Inwieweit kann ÜSA bereits an der Hauptschule eingesetzt werden und Schulabbrecher und Abgänger ohne Abschluss in sinnvolle Anschlussmaßnahmen begleiten?
5. Inwieweit ist geplant den Berufswahlpass, der in den nördlichen Bundesländern mit viel Erfolg geführt wird und in München in dem Equal Projekt „KOSA“ getestet wird, für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen?
6. Die ArGe im Münchner Norden hat festgestellt, dass 85% der AlG 2 Jugendlichen keinen Schulabschluss haben! Inwieweit plant das Schulreferat und die MVHS mit ihren Qualilehrgängen hier verstärkt mit der ArGe zu kooperieren und dieses Programm gegebenenfalls auszubauen?
Initiative:
Jutta Koller
Sabine Krieger
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