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ddd


24.01.06

Anfrage

Wie sieht die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund in Förderschulen aus?

Untersuchungen von Prof. Dr. Kornmann (Pädagogische Hochschule Heidelberg) zeigen, dass ausländische Kinder und Jugendliche in Sonderschulen für Lernbehinderte bzw. Förderschulen deutlich überrepräsentiert sind - und dies seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten.
Ihre Sonderschulbesuchsquote liegt im Bundesdurchschnitt etwa doppelt so hoch wie bei deutschen Kindern und Jugendlichen. Vielfach sind Sonder- bzw. Förderschulen das Auffangbecken für Migrantenkinder die an den Anforderungen der Grund- und Hauptschule scheitern, ohne dass erkennbare physische oder organisch bedingte Beeinträchtigungen vorliegen.
Zum überwiegenden Teil entstammen diese Kinder sozial benachteiligten Familien. Aufgrund ihrer eingeschränkten Lern- und Lebensbedingungen, oft verbunden mit erheblichen familiären Problemlagen, können sie nicht die Lernvoraussetzungen ausbilden, die einen erfolgreichen Besuch der Regelschule ermöglichen. Sie werden also nicht aufgrund einer "Behinderung" (im Sinne des BSHG) in die Sonderschule überwiesen, sondern aus "pädagogischen", schulorganisatorischen, letztlich aber aus sozialen Gründen. Der Regelschule gelingt es nicht, die Unterrichtsanforderungen und Lehrpläne so zu gestalten, dass auch diesen jungen Menschen ein erfolgreiches Lernen ermöglicht wird.
Als letzter Ausweg bleibt oft die Sonder- bzw. Förderschule, was von Lehrern zwar befürwortet aber von den Eltern der Migrantenkinder als Diskriminierung empfunden und eher abgelehnt wird.

Deshalb frage ich:

1.1. Wie viele SchülerInnen wechseln während der Grundschulzeit auf die Förderschule?

1.2. Wie viele von der Hauptschule?

1.3. Wie viele von den in Punkt 1.1. und 1.2. genannten SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund?

2. Was sind die Hauptursachen für einen Wechsel in eine Sonder- bzw. Förderschule von Kindern mit Migrationshintergrund?

3. Wie wird sichergestellt, das ein Wechsel in eine Förderschule nicht aus rein sprachlichen Problemen vollzogen wird?

4. Welche Förderung findet im Allgemeinen und insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund statt, damit die Kinder einen anerkannten Schulabschluss erlangen um anschließend eine Berufsausbildung anstreben zu können?

5. Wie werden Eltern mit Migrationshintergrund in Bezug auf einen Wechsel in eine Förderschule beraten? Wie wird sichergestellt, dass Eltern das Ziel einer Förderschule verstehen?

6. Wie viele Jugendliche mit Migrationshintergrund können nach der Förderschule in einer besonderen 9. Klasse den Hauptschulabschluss nachholen? Wie viele von Ihnen erreichen einen Hauptschulabschluss?

7. Gibt es Förderangebote der Jugendhilfe an Förderschulen?

8. Welche Chancen haben Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt, wenn sie von einer Förder- bzw. Sonderschule kommen?


Fraktion Die Grünen / Rosa Liste
Sedef Özakin


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