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ddd

01.02.05


Antrag


Erhalt des Muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts

Der Stadtrat möge beschließen:

Der Herr Oberbürgermeister wird gebeten, sich über den Bayerischen Städtetag für den Erhalt des Muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts (MEU) einzusetzen.


Begründung:
Nach einem Beschluss der Bayerische Staatsregierung vom 14.09.2004, soll der Muttersprachliche Ergänzungsunterricht (MEU) als freiwillige Leistung des Staates an den Bayerischen Schulen sukzessive zurückgefahren und spätestens nach fünf Jahren ganz eingestellt werden. Es ist vorgesehen, die dadurch frei werdenden finanziellen Mittel für die Deutschförderung der Migrantenkinder im Vorschul- und Grundschulalter zu verwenden.
Dass der Sprachförderung ausländischer Kinder eine viel stärkere Gewichtung im hiesigen Schulsystem eingeräumt werden muss als bisher der Fall, ist unbestritten und dringend notwendig. Ursachen für die schlechten Schulerfolge sind aber nicht allein die MigrantInnen, sondern auch die Schwerfälligkeit der Schulen, auf die Talente und Probleme der Kinder und Jugendlichen angemessen zu reagieren.
Statt die Bemühungen auf einen intelligenten Umgang mit sprachlich heterogenen Klassen zu konzentrieren, versucht die Bayerische Staatsregierung eine tragende Säule des Spracherwerbs zu erschüttern.
Schulisches Lehren und Lernen von MigrantInnen sollte keine Randerscheinung für Spezialisten sondern integraler Bestandteil des normalen Alltags sein. Die Verbesserung des Schulerfolges ist keine Sache des Förderunterrichts und der Sonderprogramme, sondern in erster Linie eine Aufgabe des Regelunterrichts. Die beste Hilfe zur Verbesserung der Kenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch ist ein zweisprachiges Lernen.
Bekannt und hinreichend belegt ist, welche Bedeutung die Muttersprache beim Erlernen einer Zweitsprache hat. Kinder, die ihre Muttersprache gut beherrschen, haben viel weniger Schwierigkeiten, weitere Sprachen zu erlernen. Gerade in Ländern, die bei PISA gut abgeschnitten haben, ist die Bedeutung der Muttersprache für den Erwerb der Zweitsprache anerkannt.
Mehrsprachigkeit ist auch eine gesellschaftliche Ressource: Jugendliche werden durch die systematische Förderung von Mehrsprachigkeit auf eine Arbeitswelt in einer immer internationaler werdenden Gesellschaft vorbereitet. Diese Ressource sollte als Chance betrachtet und gefördert und nicht verschwendet werden.


Fraktion Die Grünen/rosa liste
Initiative:
Jutta Koller
Stadträtin


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