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ddd

20.12.05

Anfrage

Was passiert mit dem Atomstrom aus der Beteiligung der Stadtwerke an Isar II?

Seit Donnerstag müssen Energieunternehmen ihre Kunden detailliert über die Herkunft ihres Stroms informieren. Das sieht eine Bestimmung des Energiewirtschaftsgesetzes vor, das am 15.12.05 bundesweit in Kraft getreten ist.
Auf Rechnungen, in Werbebroschüren, Geschäftsberichten und im Internet müssen die Unternehmen aufschlüsseln, wie viel Prozent des bezogenen Stroms aus Kernkraft, erneuerbaren Energieträgern sowie fossilen Brennstoffen erzeugt wurde.
Ferner werden sie vom Gesetzgeber verpflichtet anzugeben, welche Menge Kohlendioxid und wie viel Atommüll bei der Stromerzeugung entsteht.
Das Gesetz dient der Transparenz für den Verbraucher, der damit die Möglichkeit erhält, den Energieträgermix für sich selbst und darüber hinaus den Energieträgermix der Zukunft für Deutschland zu bestimmen.
In einem Artikel der „taz“ vom 15.12.05 über das In-Kraft-Treten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes werden die Stadtwerke München ausdrücklich als besonders umweltfreundlich gelobt, weil sie 0 % Atomstromanteil hätten. Dies ist sehr verwunderlich, da die SWM mit 25 % am Atomkraftwerk Isar II beteiligt sind. Auch wird der Anteil des Atomstroms aus dem AKW Isar II an der gesamten Stromerzeugungsstruktur von den SWM selbst auf 42,2 % für 2004 beziffert. Trotzdem findet sich auf der Homepage der SWM unter dem Punkt „Energieerzeugung – Wie wird erzeugt?“ im Brennstoffmix keine Kernenergie.
Dieser Widerspruch wäre allenfalls aufzulösen, wenn die Stadtwerke ihren Atomenergieanteil nicht an ihre Kunden verkaufen, sondern auf dem freien Markt anbieten würden. Dies widerspräche allerdings der eigenen Darstellung der SWM, dass 2004 nur 84 % des gesamten verkauften Stromes aus Eigenerzeugung kamen - und dazu gehört auch die Atomkraft, wie die Stadtwerke selber ausführen. Es muss also noch zugekauft werden.
Auch bei der Bilanzierung der CO2 Einsparungen pro Jahr wird der Strom aus Isar II als höchster Posten ausgewiesen, weit über der CO2 Einsparung durch Kraftwärmekopplung.
Die Angaben der SWM sind also in sich widersprüchlich. Sie dienen offenbar nicht der Transparenz und machen das neue Stromkennzeichnungsgesetz zur Farce:.



Deshalb frage ich:

1. Was machen die SWM mit dem Strom aus ihrer 25 %igen Beteiligung am AKW Isar II?

2. Wird er auf dem freien Markt verkauft?

3. Wenn ja, an wen?

4. Der Anteil der Stromeigenerzeugung am Stromabsatz der SWM beträgt 84%. Mit welchem Strommix werden die fehlenden 16% gedeckt? Wo wird dieser Strom zugekauft?

5. Gilt für den zugekauften Strom nicht ebenfalls Kennzeichnungspflicht?

6. Wenn nur 84 % des Stromes, den die Stadtwerke absetzen eigen erzeugt ist ( einschließlich Atomstrom aus AKW Isar II), wie kann dann ein Strommix ohne Kernenergie zustande kommen?

7. Die CO2-Bilanz der SWM fällt gerade dank der Kernenergie sehr günstig aus, da der größte Anteil der CO2-Einsparungen aufgrund des aus Kernenergie stammenden Stromes zustande kommt. Weshalb bilanzieren die SWM die CO2-Einsparungen des aus Kernenergie gewonnen Stroms, wogegen sie bei der Erzeugung die Kernenergie ignorieren?

8. Wenn Kernenergie 42,2 % der gesamten Stromerzeugungsstruktur ausmacht, können dann die restlichen 57,8 % den gesamten Strombedarf der SWM-Kunden über das ganze Jahr decken?

9. Wenn nein, wann wird Atomstrom gebraucht?

10. Wenn ja, weshalb verzichten die Stadtwerke dann nicht auf den aus Kernenergie stammenden Strom und geben ihren Anteil am AKW Isar II auf?


Sabine Krieger
Stadträtin

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