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03.02.2005

Anfrage

Betreute Wohngemeinschaften

Am 15.3.1989 hat die Vollversammlung des Stadtrates eine Konzeption für betreute Wohngemeinschaften gebilligt.

Wir fragen:

1. Was ist aus der Konzeption geworden?

2. Wie wurde sie umgesetzt?

3. Wurden, wie damals gefordert, verfügungsberechtigte Anträge auf Freistellung von öffentlich geförderten Wohnungen für betreute Wohngemeinschaften ( jährlich bis zu 1% der neu erstellten Sozialwohnungen, höchstens jedoch 10 Wohngemeinschaftsgruppen) nach Maßgabe der Bestimmungen des Wohnungsbindungsgesetzes gestellt?

4. Wenn nicht, warum nicht?

5. Wurden, wie damals gefordert, Mit dem Planungsreferat, dem Kommunalreferat und den Wohnungsbauträgern Vorkehrungen zur Realisierung von Wohngemeinschaften getroffen?

6. Wenn ja, welche?

7. Wenn nein, warum nicht?

8. Konnten über den Bayerischen und deutschen Städtetag, neue zeitgemäße Formen der Finanzierung dieser Wohngemeinschaften erreicht werden?

Begründung:
Angesichts der demographischen Entwicklung wird die Zahl alter Menschen in den nächsten Jahren rapide ansteigen . Untersuchungen gehen von 1300 Pflegeplätzen in den nächsten 10 Jahren aus. Aber für viele Menschen ist auch die Lebensform im Heim nicht adäquat. 1/3 der Heimbewohner bleiben nur ein halbes Jahr, 1/3 bis zu 3 Jahren und nur ein Drittel mehr als 3 Jahre. Ein Großteil der Pflege könnte auch außerhalb der Heime gemacht werden. Das geschieht auch schon sehr häufig, aber nur für Menschen, die noch allein leben können und wollen. Gemeinschaftliches Wohnen mit Pflege in betreuten Wohngemeinschaften ist noch sehr selten. In München gibt es nur 3 betreute Wohngemeinschaften. Dabei ist trotz Münchner Wohnungspreise diese Wohnform, selbst bei Demenzkranken nicht teuerer als die Heimbetreuung, wie auf einer vom Sozialreferat veranstalteten Fachtagung „Betreute Wohngruppen für alte Menschen“ dargestellt wurde. Dass diese Wohnform für alte Menschen Zukunft hat, wurde erfreulicherweise bereits vor 15 Jahren erkannt. Passiert ist anscheinend bisher wenig.

Sabine Krieger
Stadträtin

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