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ddd

21. 1. 2004

ANFRAGE

Dürfen BuGa-Besucher keine Obdachlosen sehen
Oder: warum kann der Gnadenacker nicht bleiben?

1999 hat eine Gruppe von Obdachlosen eine Wiese zwischen der Neuen Messe und Salmdorf bezogen. Dieser an sie verpachtete Acker ist inzwischen bekannt unter dem Namen „Gnadenacker“. Einerseits befinden sich die Bauwägen der Obdachlosen damit in einer Frischluftschneise und widersprechen mit ihrer wilden Ansiedlung den Vorstellungen der Obdachlosenpolitik Münchens. Andererseits hat sich seit vier Jahren niemand wirklich an diesem Gnadenacker gestört und es ist unbestreitbar, dass diese Ansiedlung für die dort wohnenden Menschen oft die letzte Chance auf Gemeinschaft und Stabilisierung in ihrer Lage bedeutet.

Ich frage:

1. Der Presse war zu entnehmen, dass das Planungsreferat nunmehr verstärkt daran arbeiten will, den Gnadenacker zu räumen. Trifft dies zu?

2. In der Presse wird ein Mitarbeiter des Planungsreferates folgendermaßen zitiert: „Das kann nicht sein, dass Asoziale neben einer Ausstellung mit weltweiter Resonanz kampieren.“ Trifft diese Aussage zu?

3. Wenn ja: Wie bewerten Planungs- und Sozialreferat diese Stellungnahme? Trifft es zu, dass die Bewohner des Gnadenackers deshalb weichen sollen, weil den BuGa-Besuchern der Anblick von Obdachlosen erspart bleiben soll?

4. Welche weiteren Gründe sprechen dafür, die Obdachlosen jetzt von ihrem Acker zu vertreiben?

5. Wie bewertet das Sozialreferat die Ansiedlung auf dem Gnadenacker aus Selbsthilfe- und Empowermentgesichtspunkten?

6. Wie ist das weitere Vorgehen geplant?

7. Ist eine Alternative zur Vertreibung denkbar, die die Obdachlosen in ihren Bauwägen am jetzigen Standort beläst?

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen – rosa Liste
Initiative: Siegfried Benker

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