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Die Würm - lebendige Flusslandschaft in der Stadt


Im Vorfeld der letzten Kommunalwahl hat die grüne Stadtratsfraktion einige Initiativen auf den Weg gebracht, um den zweitgrößten Fluss in München naturnäher zu gestalten und für die Naherholung besser nutzbar zu machen. Mittlerweile sind einige Projekte auf den Weg gebracht.


Im August 2001 beantragte Stadtrat Boris Schwartz ein Konzept für die Aufwertung des Würmgrünzugs und im Januar 2002 griff er mit einem Antragspaket konkrete Ideen von vor Ort zur Aufwertung der Würm auf. Die meisten dieser Anträge wurden mittlerweile positiv im Stadtrat behandelt.

· Als Appetithäppchen für zukünftiges Baden bzw. Plantschen in der Würm ist im September 2005 ein Kneippbecken auf der Höhe der Servetstraße in Allach entstanden, das durch die Fördergesellschaft für Landespflege in Bayern e.V. und die Stadt Bad Wörishofen finanziell unterstützt wurde.

· Der von uns angeregte kulturhistorische Lehrpfad an der Würm und/oder den barocken Kanälen konnte zwar aus Kostengründen nicht realisiert werden. Dafür entstand 2005 im Rahmen der BUGA eine sehr ansprechende Broschüre "Kulturlandschaft Würm", die mittlerweile in der 2. Auflage vertrieben wird, da die erste Auflage von 5.000 Stück schnell vergriffen war. Darüber hinaus war Pasing-Obermenzing Pilotstadtviertel für die Kultur-Geschichtspfade des Kulturreferates, bei dem es einige inhaltliche Überschneidungen gab.

· Im Auftrag des Baureferates erstellte ein Landschaftsplanungsbüro ein Struktur- und Maßnahmenkonzept für die Würm innerhalb der Stadtgrenzen, das im Sommer 2005 dem Stadtrat vorgestellt wurde. In dem Konzept werden einige Entwicklungsschwerpunkte mit guten Aufwertungsmöglichkeiten genannt. Der Stadtrat beauftragte die Verwaltung, diese Schwerpunkte auszuarbeiten. Diese Konkretisierung ist bisher aber nicht erfolgt.

· Ebenfalls nach dem genannten Stadtratsbeschluss vom Sommmer 2005 soll die Aufwertung der Grünfläche am Manzingerweg im Pasinger Zentrum durch das Baureferat vorbereitet werden. Dabei wird derzeit leider das Gebäude auf der Freifläche, das mit einer gastronomischen oder sonstigen öffentlichen Nutzung die Fläche beleben könnte, ausgespart, da das Gebäude nur zu Hälfte der Stadt gehört und die andere Grundstückseignerin nicht zu Verhandlungen bereit ist.


· Renaturierung an der Mergenthalerstraße in Obermenzing: Geplant ist ein mind. 150 m langes Teilstück der Würm an der Mergenthalerstraße zu renaturieren. Aufgrund von massiven Protesten von Bürger/-innen vor Ort, denen sich leider auch mehrheitlich der Bezirksausschuss anschloss, die u.a. Mückenplagen, hohe Grundwasserstände, aber auch mehr Erholungssuchende im Grünzug fürchten, verzögerte sich die Umsetzung, obwohl Pläne und auch Gelder bereit stehen. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen, wird nun ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt, das in diesem Sommer in die Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung geht. Sollte es keine größeren Einwände bzw. Klagen geben, könnte im Winter 2007/2008 gebaut werden.

Renaturierung Höhe Allacher Straße

Unabhängig von den grünen Anträgen renaturierte das Baureferat/Gartenbau im Jahr 2004 in Alllach/Untermenzing (Höhe Allacher Straße) einen 150 m langen Würmabschnitt, indem ein zweiter Gewässerarm angelegt und die Ufer abgeflacht wurden. Dadurch ist die Würm besser zugänglich, und die dadurch entstandene Insel kann sich als Biotop entwickeln. Leider scheiterte die Errichtung einer Fuß- und Radwegbrücke an dieser Stelle am Widerstand der Grundbesitzer eines kleinen Teils des westlichen Würmufers. Diese Brücke könnte die Allacher Straße im Osten mit der Würm-parallelen Behringstraße im Westen (Hauptradroute im der Würmgrünzug) verbinden.

Baden in der Würm

Lange waren die Würmbäder sehr beliebt, bis ihnen vor etwa 50 Jahren andere Naherholungsziele in Münchner Umland den Rang abliefen. Seit 1972 besteht ein Badeverbot aus Sicherheitsgründen, da die Würm in ihrem engen Bett sehr reißend ist. Darüber hinaus wurden bisher die Grenz- und Leitwerte zur bakteriellen Belastung der EG-Badegewässer-Richtlinie zu häufig überschritten, so dass das Baden auch aus hygienischen Gründen nicht angeraten war. Im Jahr 2002 wurde ähnlich wie an der Isar eine Koordinationsgruppe der anliegenden Gemeinden, des Umweltministeriums und des Wasserwirtschaftsamtes gegründet, die gezielt Ursachen für die Verschmutzung ermitteln und möglichst beseitigen sollte. Mit dem Einbau einer UV-Bestrahlung an der Kläranlage in Starnberg und weiteren kleinen Verbesserungen bei Einleitungen verbesserte sich die Wasserqualität bis ins Stadtgebiet München erheblich, so dass bei den letzten Messungen überwiegend die Badegewässer-Richtlinie eingehalten werden konnte und damit das Plantschen an den flacheren Stellen unbedenklich wird. Sollte diese Verbesserung von Dauer sein, könnte man das Badeverbot an der Würm, ggf. an ausgewiesenen Stellen, aufzuheben.

Fazit

An der Würm ist in den letzten Jahren - nicht zuletzt auch auf unsere Anträge hin - sehr viel Positives passiert, was auch mit der Broschüre "Kulturlandschaft Würm" an der Hand bzw. in der Satteltasche eine Besichtigung wert ist. Wichtigste konkrete Projekte in der nächsten Zeit sind die Unterstützung der umstrittenen Renaturierung an der Mergenthaler Straße und die Aufwertung der Grünflächen im Pasinger Zentrum (Höhe Manzinger Straße sowie westlich des Pasinger Bahnhofes). Darüber hinaus ist die schleichende Versiegelung durch Nachverdichtung in den anliegenden Siedlungsgebieten kontraproduktiv zum Hochwasserschutz. Dieser Thematik möchten wir uns als nächstes annehmen.


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